In der St. Jakobshalle erklingen sanfte Töne von drei Alphörnern. Kurz darauf hallen krachende Schläge auf zwei Basler Trommeln durch das weite Rund. Sportlich spielt die Schweiz an den Weltmeisterschaften im Badminton nur eine Nebenrolle. Für alle Einheimischen bedeutete bereits die erste Runde Endstation. Zumindest an den Siegerehrungen ist die Schweiz mit ihren Gepflogenheiten aber präsent.

Bei der ersten Zeremonie des Tages hapert es noch. Die beiden Trommler, die die Medaillengewinnerinnen im Frauendoppel vom Podium wegführen sollen, marschieren mit ihren Trommelschlägen bereits davon, als die Spielerinnen auf dem Podium noch für die Fotografen posieren. Weit kommen die Trommler nicht. Nach wenigen Sekunden werden sie von einem Ordner zurückgepfiffen.

Der letzte Europäer wird abgeschossen

Auf dem Platz sorgen hingegen die Athleten für die Musik. Mit teilweise fast 400 Kilometern pro Stunde pfeffern sie die kleine Feder über das Netz. Quietschend rennen sie über das Feld und zeigen Hechtsprünge, um einen Punkt zu gewinnen. Die Titel in den fünf Kategorien machen am Sonntag die Asiaten unter sich aus, mit Ausnahme des Dänen Anders Antonsen. Dieser ist sich seines exotischen Daseins inmitten der asiatischen Dominanz bewusst und läuft eingehüllt in eine dänische Flagge auf das Feld. Dort angekommen, zeigt er stolz dem Publikum die rot-weissen Nationalfarben.

Zumindest vor Spielbeginn stiehlt Antonsen seinem japanischen Kontrahenten Kento Momota die Show. Nach nur 37 Minuten muss sich aber auch der junge Däne der asiatischen Badminton-Kunst beugen. Mit 21:9 und 21:3 wird er von der japanischen Weltnummer 1 regelrecht abgeschossen. Bei den Frauen setzt sich im Final die Inderin Sindhu Pusarla V. ebenfalls äusserst deutlich durch. Sie gibt gegen die Japanerin Nozomi Okuhara nur 14 Punkte ab und gewinnt mit 21:7 und 21:7. Für die Inderin, die zu den zehn bestverdienenden Sportlerinnen der Welt zählt, ist es der erste Grosserfolg nach mehrmaligen Finalniederlagen an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. 

Beeindruckender Einsatz trotz Handicap

Neben den Weltmeisterschaften fanden im Verlauf der Woche in der St. Jakobshalle auch die Para-Weltmeisterschaften statt. Eine Tatsache, die Robbert de Kock, Präsident von Swiss Badminton, stolz macht: «Ich habe grossen Respekt für die Para-Spieler. Es ist sehr beeindruckend, was sie mit ihrem Handicap leisten.»

De Kock zeigt sich zufrieden mit den Weltmeisterschaften, nur sportlich lief nicht alles wie gewünscht. «Es ist schade, dass kein Schweizer die erste Runde überstand», sagt er. Die Europäer hatten allgemein wenig zu melden. «Wir Europäer müssen hart arbeiten, um den Anschluss an Asien nicht zu verlieren», erklärt de Kock. Die Schweiz mache dabei in den vergangenen Jahren Fortschritte. Der Weg von sanften Alphornklängen zu Schweizer Spielern, die an einem Finaltag im Badminton für Furore sorgen, ist aber noch ein weiter.