Volleyball

Kerley Becker befindet sich in einem Teilzeit-Märchen

Kerley Becker (Mitte) hat ihre Rolle im Team schnell gefunden. Keystone

Kerley Becker (Mitte) hat ihre Rolle im Team schnell gefunden. Keystone

Am Top Volley in Basel blockt Sm’Aeschs Mittelblockerin Kerley Becker drei Tage lang für das Schweizer Überteam Volero Zürich. Eine Chance, die sich der Brasilianerin dank der Beziehungen vom neuen Sm’Aesch-Trainer Timo Lippuner geboten hat.

Kerley Becker war mehr als nur geschmeichelt, als sie vor rund zwei Wochen die Anfrage aus Zürich erhielt. Eine unerwartete Ehre sei es gewesen, sagt die 27-Jährige. Den Kontakt mit Volero hat ex-Assistenz-Trainer Timo Lippuner, der neu die Frauen von Sm’Aesch coacht, hergestellt. Eine Win-win-Situation – die Zürcherinnen reagieren auf die vielen verletzungsbedingten Ausfälle und Becker kann vor ihrer Haustüre und Tausenden Zuschauern spielen. «Eine solche Gelegenheit hätte sich mir sonst wahrscheinlich nie geboten», freut sich die Brasilianerin.

Spielszene Top Volley mit Sm'Aeschs Kerley Becker

Spielszene Top Volley mit Sm'Aeschs Kerley Becker

Turbo-Integration binnen 24 Stunden

Viel Zeit zum Angewöhnen blieb der Mittelblockerin nicht. Nur einen Tag konnte sie mit ihren «Temporär-Kolleginnen» trainieren. Auf dem Platz ist von der fehlenden Abstimmung nichts zu sehen. Becker blockt, punktet, jubelt – in aller Selbstverständlichkeit. «Die Mädels haben mich super integriert, da fällt auch das Spielen wesentlich leichter», weiss die Wahl-Baslerin.

Eintauchen in eine neue Welt

Die drei Tage im Zürich-Dress sind für Becker auch ein Eintauchen in eine neue Welt. «Alles ist durch und durch professionell», sagt sie. Videoanalysen, Kraftriegel während der Partie, taktisches Know-How. Bei Volero wird nichts dem Zufall überlassen. Trotzdem spürt Becker: «Ich würde niemals wechseln. Der freundschaftliche Umgang bei Sm’Aesch bedeutet mir viel mehr, als jährlich um den Titel zu spielen.»

Drei Tage dauert das Märchen

In erster Linie will die 188 cm grosse Südamerikanerin ihren Job machen und dem Team helfen. Mit Erfolg. Becker kommt regelmässig zum Einsatz und hinterlässt dabei einen abgeklärten Eindruck. Diesen will sie auch bei Sm’Aesch einbringen. Nach dem Top-Volley-Märchen gilt ab Sonntagabend der Fokus wieder voll ihrem Team aus dem Baselbiet. Dort ist die Ausgangslage deutlich weniger rosig als beim Star-Auflauf in der St. Jakobshalle.

Trainerwechsel brachte Impulse

Mit nur acht Punkten aus elf Partien liegt Sm’Aesch auf dem drittletzten NLA-Platz. Viel zu wenig für die klubeigenen Ansprüche. Auch Becker, die ihre vierte Saison bei Aesch-Pfeffingen spielt, ist sich bewusst: «Das Erreichen der Playoffs wird ganz schwierig.» Dennoch spürt sie die Aufbruchstimmung im Verein. «Der Trainerwechsel hat uns gut getan und neue Impulse in die Mannschaft gebracht.» Freuen darf sich Becker auch auf den 25. Januar – dann kommts in der Meisterschaft zum Wiedersehen mit den «alten» Kolleginnen.

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