Der 43-jährige Baselbieter Kevin Schläpfer erhält heute den Baselbieter Sportpreis für seine Verdienste als Eishockeyspieler und -trainer. Seit 2007 ist Schläpfer beim EHC Biel tätig. Nach drei Saisons als Sportchef fungiert er seit 2010 als Headcoach und hat die Seeländer in dieser heiklen Mission schon zwei Mal vor dem Abstieg gerettet. Letzte Saison führte Schläpfer die Bieler dann erstmals seit 19 Jahren wieder in die Playoffs.

Kevin Schläpfer, was bedeutet es Ihnen, den Baselbieter Sportpreis zu erhalten?

Kevin Schläpfer: Sehr viel. Es ist die wertvollste Auszeichnung, die ich in meiner Laufbahn je erhalten habe. Für mich ist der Preis eine Anerkennung dafür, dass ich den Bezug zu meiner Heimat nie verloren habe – auch nicht als ich Lugano, Zug, Lausanne, Olten oder wo auch immer gespielt habe.

Unter anderem mit Ausbildungscamps für Kinder blieben Sie ihrer Heim-Eisbahn in Sissach, respektive dem EHC Zunzgen-Sissach immer verbunden?

Ja – in der Gegend bin ich für alle immer noch der Kevin. Obwohl ich in Biel wohne, fühle ich mich sehr als Baselbieter und bin regelmässig in der Gegend. Mein Sohn spielt ja bei EHC Zunzgen-Sissach, meine drei Kinder leben im Baselbiet und ich habe auch noch eine Wohnung da. Einmal wurde geschrieben: «Kevin in Biel zuhause und in Sissach daheim» – das trifft ganz gut zu.

Weil Biel heute gegen Rapperswil spielt können Sie den Preis nicht persönlich entgegennehmen?

Ja, das ist wirklich tragisch. Diesen Preis kann man nur einmal im Leben erhalten. Das tut mir wirklich leid und auch weh. Aber es geht nicht anders.

Wäre Biel mit 20 Punkte Vorsprung Leader der NLA – würden Sie dann heute «schwänzen»?

Ja, dann würde ich mir diese Freiheit wohl erlauben. Aber wir stecken mitten in einer pickelharten Saison und es wird wieder extrem eng im Kampf um den Playoff-Einzug. Da zählt jeder Punkt.

Was machen Sie mit den 15'000 Franken?

Einen Teil werde ich zugunsten einer Organisation, die sich für Kinder einsetzt, spenden. Ich bin ein Kindernarr. Aber ich werde sicher meinen Kindern und mir auch etwas gönnen.

Es ist ja bald Weihnachten?

Genau, da kann man immer etwas Geld brauchen (lacht).

Ihre Nationalliga-Karriere begann 1986 in Basel – ist es denkbar, dass Sie als Trainer wieder in die Heimat zurückkehren?

Denkbar ist das sehr wohl und ich wäre auch gerne einmal Trainer in Basel. Aber ich bin Profi und es gibt genau 24 Honig-Töpfe im Land – sprich Trainerjobs. Insofern müsste auch die Konstellation und das Timing stimmen. Derzeit fühle ich mich pudelwohl in Biel.

Warum ist es derart schwer in Basel eine Eishockey-Euphorie zu entfachen?

Der FCB überstrahlt natürlich alles. Auch ich bin immer wieder im Joggeli anzutreffen. Die Championsleague-Spiele habe ich mir regelmässig angesehen. Vielleicht fehlen einfach etwas die Einheimischen in der Mannschaft, die für eine Identifizierung sorgen. Ich glaube aber schon, dass das Potenzial da ist. Die Sharks sind ein sehr professionell geführtes Unternehmen.

Wie ist es eigentlich in Biel mit einem Stanley-Cup-Sieger und Superstar wie Tyler Seguin zu arbeiten?

Sicher eine spezielle Herausforderung und eine Situation, in der auch ich viel dazu lernen kann. Diese Spieler haben einen enormen Ehrgeiz, wissen dass sie Superstars sind und wollen dem auch gerecht werden. Aber sie sind auch sehr umgängliche, nette Typen.

Braucht es mehr, einen Seguin zusammenzustauchen, als einen Guggenbühl oder Sturzenegger?

Es braucht schon etwas mehr als bei einem Schweizer, das gebe ich zu (lacht).

Wenn Ihnen das Christkindli ermöglichen würde, sich irgendeinen Verein auf der Welt aus irgendeiner Sportart auszusuchen – wo wären Sie Trainer?

(lacht) Im Cab und der Zigarre im Mund durch Manhatten vor den Madison Square Garden chauffiert zu werden, und die New York Rangers zu coachen – da würde ich nicht Nein sagen.