Fussball

Klassentreffen auf höchster Stufe: Häberli und Wicky bereit für den FCB

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Mit Thomas Häberli und Raphael Wicky stossen am 1. Juli zwei Legenden zum FC Basel. Beide haben nach ihrer Profi-Karriere eine erfolgreiche Trainer-Laufbahn im Nachwuchs-Bereich eingeschlagen. In Basel wollen sie nun den nächsten Schritt machen.

Man kennt sich in der Schweizer Fussballszene. So können Thomas Häberli (39) und Raphael Wicky (36) getrost als «alte Weggefährten» aus der Nationalmannschaft bezeichnet werden. Häberli machte damals im September 2004 sein erstes und letztes Länderspiel gegen die Färöer-Inseln, Wicky war in dieser Ära als Denker und Lenker im Mittelfeld gesetzt. Jetzt kreuzen sich die Wege der beiden Ex-Profis wieder. In Basel.

«Namen waren kein Kriterium»

Denn die Fussball-Schweiz staunte nicht schlecht als Mitte April bekannt wurde, dass Wicky U18-Trainer beim FC Basel wird. Und die Fussball-Schweiz staunte nicht minder schlecht, dass Ende April Häberlis Wechsel zur U21 fixe Sache war. Damit wechseln per 1. Juli zwei Grössen ans Rheinknie, die auf nationaler Ebene längst Kultstatus geniessen. Der «Basel-Glamour» greift endgültig auch auf die Junioren-Abteilung über. «Die Namen waren bei der Verpflichtung kein Kriterium, es ging ganz allein um die fachmännischen Qualitäten», stellt Nachwuchschef Massimo Ceccaroni klar.

Vorbildlicher Karriereweg

Tatsächlich haben Wicky und Häberli vorbildlich aufgezeigt, wie eine Karriere nach dem aktiven Fussball aussehen kann. Der Walliser Wicky arbeitete sich in drei Saisons bei Servette von der U14 in die U16 hoch und fungiert neben Gilbert Gress als SRF-Experte bei den Champions-League-Spielen. Weniger im Rampenlicht, aber nicht weniger erfolgreich verläuft die Trainerkarriere von Thomas Häberli. Als YB-Assistent unter Martin Rueda konnte er bereits Erfahrung in der höchsten Spielklasse sammeln. Am Tag von Ruedas Entlassung «kam der Anruf aus Basel. Es war eine Ehre für mich, auch wenn dieser Wechsel in Bern für Wirbel gesorgt hat», sagt Häberli, der im Jahr 2000 eine Saison lang das FCB-Dress trug. Bis zum Start in Basel leitet der Luzerner noch die U21 von YB, «und das mit vollster Konzentration und Leidenschaft. Auch wenn die Planungen in den letzten Wochen zweigleisig fahren», ergänzt der Ex-Stürmer.

Es kribbelt bei Häberli

Obwohl es noch gut zwei Monate bis zum ersten Arbeitstag an neuer Stelle dauert, «kribbelt es jetzt schon. Ich könnte schon morgen beginnen», gibt Häberli zu. Auch Wicky freut auf Basel und die nächsthöhere Juniorenstufe: «Basel ist in der Schweiz das Mass aller Dinge. Aber meine Arbeit wird sich nicht gross verändern.»

Am Ende darf also von einer kollektiven Win-win-Situation gesprochen werden. Häberli und Wicky machen ihren nächsten Karriereschritt und die Basler bekommen ihre beiden Wunschkandidaten. «Raphael war bei uns immer ein Thema, weil er das Geschäft in- und auswendig kennt. Auch Thomas stand nach dem Abgang von Carlos Bernegger schnell zuoberst auf unserer Liste», sagt Massimo Ceccaroni.

Keine Wunderdinge zu erwarten

Grosse Namen versprechen aber noch keinen Erfolg. «Wir erwarten keine Wunderdinge», blickt Ceccaroni voraus, «Ziel ist es, jeden Spieler weiterzubringen.» Auch Häberli sieht gelassen in die Zukunft. «Druck ist ein schlechter Ratgeber. Deswegen überwiegt die Vorfreude.» Mit Benjamin Huggel soll eine dritte Ikone die U14 übernehmen. Dann wäre das Trio infernale perfekt. «Anpassungsprobleme wird es sicher keine geben», sagt Wicky schmunzelnd. Man kennt sich ja.

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