Der Samstag war nicht nur der heisseste Tag des Jahres, sondern das «mindere Basel» wurde zum Fest-Mekka. Bereits am frühen Samstagmorgen um 8 Uhr gingen die insgesamt 33 Aktiven des organisierenden Fischer-Club Basel (FCB) an den Start. Bei den Wasserfahrern ist es Usus, dass der Gastgeber den Wettkampf eröffnet, denn anschliessend stehen die Fahrer im Helferseinsatz. Insgesamt nahmen 21 der 30 Schweizer Wasserfahr-Vereine mit total 240 Aktiven, in sechs Kategorien (Schüler, Jungfahrer, Junior, Aktive, Senioren und Veteranen), an der zweitägigen Veranstaltung teil.

Am frühen Samstagnachmittag fand die Tattoo-Parade durch das Kleinbasel statt - und auch das Claramatte-Fest zog viele Besucher an. Kurzum: Es herrschte ein Riesengedränge, zeitweise gar der Ausnahmezustand. Die grösste Attraktion schien aber der Rhein zu sein. Tausende von Menschen liefen die Promenade hinauf, um sich beim Tinguely-Museum ins mit knapp 25 Grad nicht mehr ganz so kühle Nass zu steigen. Und ab 14 Uhr, als der Ansturm zum Rheinschwumm am grössten war, fing das Problem der Wasserfahrer an.

Denn die Rheinschwimmer tangierten empfindlich die Fahrstrecke und kamen den Weidlingen in die «Quere». Obwohl der Fischer-Club die ganze Woche hindurch auf seine Traditions-Veranstaltung hingewiesen hatte, waren die FCB-Verantwortlichen gegen den Volkssport machtlos. OK-Mitglied Marco Liechti schildert: «In den Spitzenzeiten schwammen bis zu 40 Leute in der Minute den Rhein hinunter. Auf den ganzen Samstag verteilt waren es sicher über 10 000 Menschen.»
Chance zur Wiederholung
Die Rennstrecke, unmittelbar bei der Wettsteinbrücke auf Kleinbasler Seite, ist rund 500 Meter lang. Auf 300 Metern muss gerudert, auf den restlichen 200 Metern gestachelt werden. Doch für jene Aktive, die samstags fuhren, waren nicht die Flossstrassen und auch nicht die Bojen, sondern die Schwimmenden das Haupthindernis. Das Wettkampf-OK unter der Führung von Bruno Henggi gewährte Fahrern, die sich stark beeinträchtigt fühlten, die Möglichkeit einer Einsprache und der Aussicht auf eine Wiederholung der Fahrt.

Doch niemand machte davon Gebrauch. «Bei dieser Hitze hätte eine zweite Fahrt keine bessere Zeit gebracht», lautete der Kommentar vieler Wasserfahrer, die freimütig zugaben, nicht befreit gefahren zu sein, denn «überall sah man Schwimmer mit ihren Kleidersäcken», wie ein Berner schilderte.

Die Tagesbestzeit fuhr nicht ein Aktiver, sondern ein Senior: Andreas Gafner von der AC Matte Bern. Das ist keine Seltenheit. Auch Simon Corminboeuf (WFV Birsfelden) und Lokalmatador Patrick Borer (Fischer-Club Basel) waren schneller als Carsten Hersberger (Nautischer Club Basel), der die Aktiv-Kategorie für sich entschied. Der NC Basel, auch als Klub der Fährimaa-Dynastie Thurneysen bekannt, gewann den Vereinswettbewerb souverän.