Real Madrid ist eine grosse Nummer – auch im Nachwuchsbereich. Obwohl für die Heimspiele des FC Basel in der Uefa Youth League (UYL) nur 300 Zuschauer zugelassen sind, beträgt die offizielle Zuschauerzahl beim Duell der U19-Teams der Rotblauen und der Königlichen 700. Inoffiziell dürften es noch ein paar Hundert mehr gewesen sein.

Die Besucher sollten ihr Kommen nicht bereuen, denn beide Mannschaften bewiesen, dass sie zu Recht um ein Weiterkommen in dieser Gruppe kämpfen. Den besseren Start erwischt das Heimteam. Schon nach vier Minuten scheitert Antonio Fischer aus kurzer Distanz an Real-Goalie David Oliveros. Nach weiteren vier Zeigerumdrehungen darf der Aussenseiter das erste Mal jubeln: Nicolas Hunziker legt ab für Arxhend Cani, der aus knapp 20 Metern trifft. „Optimale Vorlage, optimal getroffen“, so der trockene Kurzkommentar des Torschützen.

Torfestival vor der Pause

Auch in der Folge sind die Basler, die im Schnitt über ein Jahr jünger sind als der Gegner, die klar gefährlichere Mannschaft. „Unsere ersten 30 Minuten waren super, wir hätten viel höher führen müssen“, analysierte Trainer Thomas Häberli. So aber finden die Madrilenen nach mehreren überstandenen brenzligen Situationen besser in die Partie. Vor allem die schnellen, dribbelstarken Außenspieler Cristian Cedrés (links) und Lazo Romero (rechts) erweisen sich als Gefahrenherde. Cristian bereitet in der 40. Minute das 1:1 durch Jack Harper vor, Lazos beeindruckender Sprint mit dem Ball ist kurz darauf die Basis für Borja Mayorals 1:2 (42.).

Der Favorit schafft es aber nicht, den Vorsprung in die Pause zu nehmen. Denn nachdem ein Freistoss Adonis Ajetis an der Mauer abprallt, reagiert Hunziker am schnellsten, bedient in seinem Rücken Robin Huser, der volley ins Lattenkreuz trifft (45.). Hunziker, der bei jeder gefährlichen Offensivaktion ein Körperteil am Ball hat, krönt seine Leistung schliesslich kurz nach dem Seitenwechsel mit dem 3:2 (49.).

Kräftezehrende zweite Halbzeit

Als Reals Innenverteidiger Benjamin Kuscevic nach 55 Minuten wegen eines Notbremsefouls an Albian Ajeti vom Platz muss, verflacht die Partie ein wenig. Bei den Baslern werden die Beine nach der langen Vorrunde immer schwerer. Trainer Häberli muss sämtliche drei Wechsel wegen Krämpfen bei seinen Spielern vornehmen. „Wir mussten beissen“, sagte Arxhend Cani, der froh war, dass es trotz Chancen auf beiden Seiten keine Tore mehr fielen: „Eine Mannschaft wie Real Madrid schlägt man schliesslich nicht jeden Tag!“

Aufgrund der Mehrzahl an klaren Torchancen konnte Thomas Häberli von einem „verdienten Sieg“ seiner Elf sprechen. Als Tabellenführer reisen die Basler in zwei Wochen nach Liverpool, wo ihnen ein Remis reicht, um international zu überwintern. Auch mittelfristig sind die Prognosen erfreulich. „Im Gegensatz zu vielen anderen Clubs können wir nächstes Jahr in der UYL mit fast der gleichen Mannschaft spielen“, so Häberli.

Telegramm:

FC Basel U19 – Real Madrid U19 3:2 (2:2)

Campus. – 700 Zuschauer. – SR Benoit (F). – Tore: 8. Cani 1:0. 40. Harper 1:1. 42. Borja Mayoral 1:2. 45. Huser 2:2. 49. Hunziker 3:2.

Basel U19: Zimmermann; Mumenthaler (77. Mbarga), Pacheco (75. Manzambi), Adonis Ajeti, Fischer; Pickel, Weber, Huser, Cani; Hunziker (68. Kamber), Albian Ajeti.

Madrid U19: Oliveros; Álvaro Tejero, Kuscevic, Lienhart, Regulión; Borja Sanchez, Aleix Febas; Lazo, Harper (59. Javier Sanchez), Cristian (82. Garci); Borja Mayoral (85. Babunski).

Bemerkungen: Basel ohne Drakul, Itten und Kadoic (alle verletzt). Madrid ohne Abner (verletzt). – Platzverweis: 55. Kuscevic (Notbremse). – Verwarnungen: 64. Adonis Ajeti, 81. Weber, 91. Albian Ajeti (alle Foul). – 15. Kuscevic klärt Schuss von Albian Ajeti auf der Torlinie. 87. Tor von Babunski aberkannt (Foul).