FC Basel
Kollers Positionen-Poker geht auf – drei Erkenntnisse aus dem 3:1 gegen GC

Der FCB gewinnt gegen GC und Marcel Koller überrascht mit Positionswechseln von Taulant Xhaka und Eder Balanta. Ausserdem wird immer klarer, was er in seiner Mannschaft vermisst. Die Erkenntnisse aus dem Sieg im Letzigrund.

Sébastian Lavoyer
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Marcel Koller führt den FCB gegen GC zum Sieg - auch dank der Umfunktionierung seiner Spieler.

In der ersten halben Stunde tritt der FCB wie verwandelt auf. Danach verwaltet er den 3:0-Vorsprung relativ souverän - auch dank Umstellungen im Team.

Die kleinste Abwehr der Super League

Man denkt sich nicht weiter, als Eder Balanta gegen GC wieder auf dem Matchblatt steht. Man rechnete fest damit, dass er in der Innenverteidigung gesetzt ist, wenn er wieder fit ist. Die Überraschung aber ist perfekt, als das Spiel beginnt. Balanta spielt vor der Abwehr, Taulant Xhaka (1,72 Meter) verteidigt im Zentrum neben Eray Cömert (1,83 Meter) – die kleineste Innenverteidigung der Super League aber hält lange dicht. Und Balanta überzeugt im Mittelfeld, schiesst das 2:0 mit dem Kopf, räumt auf und ab. „Eder hat eine extrem grosse Präsenz und einen Drang nach vorne, da ist er im Mittelfeld besser aufgehoben“, sagt FCB-Trainer Marcel Koller. Und Xhaka gefällt ihm trotz der geringen Körpergrösse als Innenverteidiger: „Er hat nicht die Körpergrösse, die man sich für einen Innenverteidiger vorstellt, aber er beisst sich rein, gewinnt Zweikämpfe, ist giftig, aufmerksam. Er war überragend.“ Der Wechsel von Balanta und Xhaka könnte von Dauer, wie Koller durchblicken lässt.

Marcel Koller fordert noch mehr Galligkeit

In den letzten Tagen und Wochen wurde Trainer Marcel Koller nicht müde, mehr Galligkeit von seinem Team zu fordern. Er braucht mehr Emotionen auf dem Platz. Das war mit ein Grund, dass er sich gegen Xamax erstmals für Taulant Xhaka in der Innenverteidigung entschied, dass Balanta zum Mittelfeldspieler umfunktioniert wurde. Das geht gegen GC über weite Strecken gut, der Gegentreffer rund zehn Minuten vor Spielschluss stösst dem FCB-Trainer sauer auf: „Es ist ärgerlich, dass wir wieder nicht zu Null spielten. Da geht es um Präsenz, um Galligkeit. Will man vorne dabei sein, braucht es das. Heute hörte man mich rufen, aber wenn das Stadion voll ist, verpufft das. Dann brauchst du Spieler, die das auf dem Platz umsetzen, die solche Phasen spüren.“ Entweder wächst in den verbleibenden sechs Wochen ein Spieler in diese Rolle oder man holt im Winter einen mit diesen Qualitäten – zu unablässig bleibt die Kritik von Koller.

Jonas Omlin tut dem FCB gut

Rund zwei Monate verpasste Stammgoalie Jonas Omlin aufgrund einer Oberschenkel-Verletzung. Gegen GC gibt er sein Comeback. Zu Beginn ist er leicht unsicher, aber irgendwie scheint er auf das Team mehr Ruhe auszustrahlen als sein Ersatz Martin Hansen. „Wir haben 3:1 gewonnen, wir haben drei Punkte geholt, wir haben unseren Job gemacht“, fasste Omlin zusammen. So nüchtern er analysiert, scheint er auch die Verteidigung zu dirigieren. Es mag nicht nur an ihm liegen, aber der FCB wirkt deutlich ruhiger, überlegter und abgeklärter als noch zuletzt gegen Aufsteiger Xamax. Bis kurz vor Schluss der Anschlusstreffer fällt – und auch Omlin keinen Shutout feiern kann. Auf diese Premiere wartet er beim FCB noch.