Mit Präsident Bernhard Burgener soll Marcel Koller gestern Abend ins Joggeli marschiert sein. Am Nachmittag verhandelten sie Vertragsdetails. Noch sei nichts unterschrieben, so Burgener, aber der Zürcher Marcel Koller soll neuer Trainer des FC Basel werden.

Es wäre ein Transfercoup für die Basler, denn Koller ist einer der besten Schweizer Trainer. Wo er auch anheuerte, er hat fast überall Erfolg gehabt. Zuletzt als Nationaltrainer Österreichs. Erstmals qualifizierten sich die Österreicher unter dem Schweizer auf sportlichem Weg für eine EM.

Was Koller gestern im Joggeli zu sehen kriegt, dürfte ihn kaum optimistisch stimmen. Die Basler tauchen im Rückspiel gegen Paok, sie fallen nach dem 1:2 in Griechenland regelrecht auseinander, verlieren 0:3. Und das vor eigenem Publikum, im Joggeli, das eine uneinnehmbare Festung sein soll, ginge es nach der Klubführung.

Die Entlassung Wickys? Wirkungslos verpufft! Gegen Aufsteiger Xamax nur ein 1:1, gegen die Griechen noch schwächer als vor neun Tagen. Die Europa League ist nun das höchste der möglichen Gefühle. Und in der Meisterschaft liegen die Basler schon fünf Punkte hinter Titelverteidiger YB.

Koller muss die Qualitäten eines Seelenheilers haben, soll dieses Team Meister und Cupsieger werden. Die Trainerentlassung hat das junge Team zusätzlich verunsichert. Der «Wunderwuzzi», so nannten sie Koller in Österreich, muss in Basel zaubern. Darauf muss Sportchef Marco Streller hoffen. Sein Job steht auf dem Spiel. Er muss auch hoffen, dass Koller nicht doch noch kalte Füsse bekommt.