Super League

Konstant inkonstant: Der FCB nach dem 0:1 gegen den FC Thun

Sieht ganz gut aus, bringt aber nicht viel: Arthur Cabral setzt gegen den FC Thun zum Seitfallzieher an, trifft das Tor aber nicht.

Sieht ganz gut aus, bringt aber nicht viel: Arthur Cabral setzt gegen den FC Thun zum Seitfallzieher an, trifft das Tor aber nicht.

Der FCB verliert gegen den Tabellenletzten Thun mit 0:1 und verpasst es, die Patzer der Konkurrenz zu nutzen.

23:11 Torschüsse, 14:2 Eckbälle, 57:43 Prozent Ballbesitz. Die Zahlen des Samstagabendspiels zwischen dem FC Basel und dem FC Thun sprechen eine eindeutige Sprache. Doch als die FCB-Spieler nach dem Schlusspfiff auf die Anzeigentafel blicken, steht dort bei Basel eine 0 und bei Thun eine 1.

Wie schon beim 1:2 gegen St. Gallen pfeift die Kurve die FCB-Spieler auf dem Weg in die Senftube aus. Doch nach einer halben Minute kippt die Stimmung und die Anfeuerungsrufe setzen sich durch. Zu diesem Zeitpunkt ist die Hälfte der Mannschaft um Captain Valentin Stocker bereits in den Katakomben. Nur die Nachzügler um Fabian Frei, Taulant Xhaka und Arthur Cabral bekommen nach diesem frustrierenden Spiel immerhin noch einen zuschauerlichen Motivationsschub für die kommenden Aufgaben mit auf den Heimweg.

Die Zwiegespaltenheit der Fans passt zu diesem Spiel. Denn der FCB spielt nicht so schlecht wie gegen St. Gallen, aber auch nicht so gut wie gegen Zürich. Der FCB spielt konstant inkonstant, wie eigentlich schon die ganze Saison. Rotblau kommt gut ins Spiel, vergibt aber durch Xhaka, Widmer, Frei und Cabral allein in der ersten Halbzeit vier gute Torgelegenheiten. «Wir hatten genug Möglichkeiten, haben aber zu wenig präzise gespielt», analysiert FCB-Trainer Marcel Koller. «Wenn der Gegner wie Thun hinten drinsteht, ist die Genauigkeit das Entscheidende.»

Schön, aber nicht zielführend

In der zweiten Halbzeit geht es in ähnlichem Stil weiter. Bis zum Strafraum ist das FCB-Spiel ganz schön anzusehen. Dann hapert es. Jetzt haben Cabral und Zhegrova das 1:0 auf dem Fuss, doch auch sie zielen knapp am Tor vorbei oder auf den Körper von Thun-Goalie Faivre, der alle sieben Bälle auf sein Tor pariert. Und so kommt es, wie es kommen muss. Der dreizehnte Eckball des FCB entwickelt sich zum Bumerang. Thun kontert über vier Stationen und am Ende läuft der schnelle Ridge Munsy allein auf FCB-Torhüter Jonas Omlin zu. Widmer und Riveros können ihn zwar einholen, aber nicht vom Ball trennen, und so steht es nach 78 Minuten und nur 15 Sekunden nach der Basler Ecke 0:1. Völlig entgegen dem Spielverlauf.

Weil auch der eingewechselte Kemal Ademi in der 92. Minute die letzte Grosschance an diesem Abend vergibt, verliert Rotblau auch das zweite Heimspiel im Jahr 2020. Thun gewinnt erstmals seit 2011 wieder ein Spiel im Joggeli. «Wir brauchten eine grosse Portion Glück, aber die hatten wir heute», gibt Gäste-Trainer Marc Schneider zu.

Das Spitzenduo unterstützt Kollers Durchhalteparolen

Während die Berner Oberländer wichtige Punkte im Abstiegskampf sammeln, verpasst der FCB den Anschluss an die Spitze. Durch die Niederlagen von YB und St. Gallen bleibt der Rückstand bei fünf Punkten. Allerdings rückt der Vierte Servette bis auf drei Zähler an den FCB heran. Trotzdem blickt Koller in der Tabelle nach oben: «Wir haben das Ziel noch nicht aus den Augen verloren. Theoretisch können wir noch Meister werden.» Koller geht davon aus, dass er die Mannschaft auch in den kommenden Spielen gegen Nikosia in der Europa League und Servette noch trainiert.

«Die Diskussionen kann ich nicht beeinflussen. Ich kann nur mit den Spielern arbeiten, und das werde ich», sagt er. Ausfallen wird dann Luca Zuffi, der sich nach seiner Einwechslung in seinem 250. Einsatz für den FCB wohl schwer am Knie verletzte. Eine Nachricht, die ebenso niederschlagend ist wie diese Niederlage gegen ein schwächeres, aber clevereres Thun.

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