Super League

Kreativität statt Kasan – wenn der DFB dem FC Basel einen Strich durch die Rechnung macht

Ein DFB-Paragraf zwingt den FCB zur Neusuche nach Testspielgegnern. Bleibt der Paragraf bestehen, muss der FC Basel wohl mit einer zehnjährigen Tradition brechen. Für dieses Jahr bleibt den Baslern nur, so schnell wie möglich neue Gegner zu finden.

Perfekter Trainingsplatz, wunderbares Hotel, fordernde Testspiele: Seit zehn Jahren lockt diese Kombination den FC Basel an den Tegernsee, genauer gesagt nach Rottach-Egern. Der Ort in Bayern ist wie ein zweites Zuhause geworden für den FCB. Auch deshalb wurde dieser am Montag, als er in Rottach ankam, mit einem herzlichen «Willkommen Dahoam» empfangen.

Doch die Idylle in Bayern hat seit Neustem einen kleinen Haken. Einen, den der Deutsche Fussball-Bund (DFB) zu verschulden hat. Denn dieser setzt in diesem Jahr erstmals einen Paragrafen um, den es bereits länger gibt, aber der bislang nie berücksichtigt wurde. Es ist der Paragraf mit der Nummer 32, unter dessen zweitem Punkt folgende Regelung zu finden ist: «Spiele ausländischer Mannschaften untereinander, die weder im DFB-Bereich ansässig noch den Mitgliedsverbänden des DFB angeschlossen sind (…), dürfen nicht veranstaltet werden. In Ausnahmefällen kann der jeweils zuständige Ausschuss des DFB mit Zustimmung des örtlich zuständigen Mitgliederverbandes eine Genehmigung erteilen; der Antrag muss vier Wochen vor dem vorgesehenen Termin beim DFB vorliegen.»

Die Umsetzung dieses Paragrafen verursacht beim FCB ein paar Probleme. Sowohl an diesem Sonntag wie auch am nächsten Mittwoch, 3. Juli, wären mit Wacker Innsbruck und Rubin Kasan nämlich Gegner vorhergesehen gewesen, die in Kombination mit dem ebenfalls nicht dem DFB angehörigen FCB die Austragung von Spielen verunmöglichen.

Kasan ist abgereist

Aufgrund dieser Unsicherheit der Durchsetzbarkeit der Spiele war bislang vom FCB auch keine Bestätigung für die Duelle vom Sonntag und Mittwoch zu kriegen. Einzig das Testspiel vom Mittwoch gegen 1860 München (19 Uhr) wurde angepriesen und kann problemlos durchgeführt werden. Wie sich nun herausstellt, behielt man recht mit dem Zuwarten.

Der FCB hat kurz vor den Spielen keine Gegner mehr – Kasan ist gar wieder aus Deutschland abgereist. Und auch für den FCB ist klar: Sollte dieses Reglement in Zukunft so bestehen bleiben und umgesetzt werden, muss er sich Gedanken über eine Rückkehr im nächsten Sommer und über einen Bruch einer zehnjährigen Tradition machen.

Möglicher Ersatz Nürnberg

Für dieses Jahr aber wurden Lösungen gefunden, die Verantwortlichen konnten schnell handeln. So deutet nun alles darauf hin, dass man am nächsten Mittwoch gegen Nürnberg testet und damit der Paragraf 32 Absatz 2 umschifft wird. Ausserdem soll am Sonntag klubintern gegeneinander gespielt werden.

Bei 28 anwesenden Spielern ist dies kein Problem. Von der offiziellen Kaderliste fehlt einzig der an der Copa America weilende Carlos Zambrano, dessen Zukunft beim FCB noch immer offen ist, wie der Spieler auf Nachfrage der «bz» sagt. Zwar werden Valentin Stocker, Kemal Ademi und Yannick Marchand heute Mittwoch noch passen müssen, weil sie Probleme mit der Patellasehne (Stocker), der Leiste (Ademi) und dem Fuss (Marchand) haben, das Kader ist aber dennoch genug gross und sind die am Montag eingerückten Nationalspieler um Jonas Omlin und Albian Ajeti bereits einsatzbereit.

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