Leichtathletik
Kugelstosser Gregori Ott: «Ich möchte die Limite nicht einfach abschreiben»

Der Baselbieter Gregori Ott ist inzwischen der beste Schweizer Kugelstösser, doch das reicht ihm nicht. Obwohl ihm zur EM-Limite für Zürich noch drei Meter fehlen, hofft er noch leise auf einen Exploit und damit einen Start.

Jan Arnet
Drucken
Teilen
Der Liestaler Kugelstösser Gregori Ott will seine Bestmarke schon bald verbessern.

Der Liestaler Kugelstösser Gregori Ott will seine Bestmarke schon bald verbessern.

Zur Verfügung gestellt

Er ist gerade 20 Jahre alt geworden, wiegt 125 Kilogramm und gilt als grosse Nachwuchshoffnung der Schweizer Leichtathletik. Der Baselbieter Gregori Ott hat bereits mehrere Schweizer Jugend-Rekorde im Kugelstossen und Diskuswerfen gebrochen. Der Gymnasiast aus Liestal spricht über seine Erwartungen fürs EM-Jahr, die Olympischen Spiele in Rio und was ein Kugelstösser braucht, um an die Weltspitze zu gelangen.

Gregori Ott, welche Ziele haben Sie sich für 2014 gesetzt?

Gregori Ott: Diese Saison wird für mich nicht sehr spektakulär werden. Der Höhepunkt wird die Team-EM in Riga sein, wo es für mich aber nicht unbedingt ums Gewinnen geht. Ich will die Chance nutzen, um Erfahrungen zu sammeln. Mein Ziel ist es, mich selbst verbessern zu können und bester Kugelstösser der Schweiz zu bleiben.

Dennoch: Im August findet als grosses Highlight die Europameisterschaft in Zürich statt. Die EM-Limite liegt klar über Ihrer Bestweite. Wie stehen die Chancen für einen unerwarteten Exploit?

Mir fehlen noch drei Meter für die EM-Limite. Trotzdem möchte ich die Qualifikation nicht einfach so abschreiben. Mit einem perfekten Stoss wäre eine Überraschung möglich. Ich mache mir da aber keinen Druck. Wenn es klappt, dann klappts, und wenn nicht, bin ich nicht enttäuscht.

Beim Saisonstart am 1. Mai auf der Schützenmatte haben Sie die Kugel vier Meter weiter gestossen als der Zweitplatzierte. Das stimmt doch zuversichtlich für die Zukunft?

Ich spiele seit mehreren Jahren in meiner eigenen Liga. Da fehlt mir schon ein wenig der Konkurrenzkampf. Sandro Ferrari wird allerdings bald meinen U20-Rekord brechen. Er wird der Mann sein, der mich in Zukunft fordern kann. Bis dahin muss ich mich auf mich und meine Trainings konzentrieren, um es bis ganz nach oben zu schaffen.

Sie gelten als Schweizer Kugelstoss-Hoffnung im Hinblick auf Olympia 2016 in Rio de Janeiro. Erwarten die Leute zu viel von Ihnen?

Ich habe es ins Baselbieter Olympia-Team geschafft und werde unterstützt. Der Erwartungsdruck ist hoch, aber ohne Erwartungen gibt es auch keine Motivation.

Ihre Bestmarke liegt bei 16,77 Metern. Wann toppen Sie diese Weite?

Ich habe in den Trainings auch schon weiter gestossen, aber das zählt natürlich nicht. Die nächste Chance bietet sich mir schon am Meeting in Halle am Wochenende.

Sind 20 Meter bis 2016 realistisch?

Ich denke schon. In den letzten Monaten konnte ich mich vor allem technisch und kraftmässig verbessern. Dass ich in zwei Jahren drei Meter weiter stossen werde, ist kein Ding der Unmöglichkeit.

Bis zur Weltspitze fehlen Ihnen noch gut fünf Meter. Was braucht ein Kugelstösser, um überhaupt an die 22-m-Marke heranzukommen?

Willenskraft. Ich muss weiter hart an mir arbeiten und immer dranbleiben. Mit 20 Jahren stehe ich ganz am Anfang meiner Karriere. Meine besten Tage stehen noch bevor.

Sie sind auch Diskuswerfer. Werden Sie auch in Zukunft beide Disziplinen ausüben?

Aufgrund meiner Postur und meiner kurzen Arme bin ich schon eher der Kugelstösser. Irgendwann wird wohl der Tag kommen, an dem ich mich für eine Disziplin entscheiden muss.

Aktuelle Nachrichten