Eishockey

Langenthal zieht den Haien zum Playoffstart die Zähne

Die Langenthaler waren wie hier Pascal Gemperli (r.) gegen Stefan Mäder einen Schritt schneller.Daniel Christen

Die Langenthaler waren wie hier Pascal Gemperli (r.) gegen Stefan Mäder einen Schritt schneller.Daniel Christen

Die Basel Sharks verlieren in Langenthal 2:5 – und damit ihre 13.Playoff-Partie in Folge. Trotz gelungenem Start sind es mit Fortdauer des Spiels vor allem die Gastgeber, die der Partie den Stempel aufdrücken und sie schliesslich auch gewinnen.

Es ist Playoff-Zeit – die Zeit der Überraschungen, der Emotionen, der «Nettigkeiten», die Zeit der kernigen Checks und krachenden Zweikämpfe an der Bande. Darüber liessen beide Teams von der ersten Sekunde an keine Zweifel aufkommen.

Die Sharks schalteten punkto Intensität, Schnelligkeit und Einsatz zumindest zu Beginn gleich zwei Gänge hoch, Langenthal hielt in gewohnt körperbetonter Manier dagegen. Während Langenthal-Trainer Olivier Horak auf seine eingespielten Blöcke zählen konnte, musste (und wollte) Sharks-Coach Dino Stecher umstellen: Alexander Tremblay kam für Brandon Buck, der am Nachmittag Vater einer Tochter mit Namen Elody May wurde, ins Team. Doch Basel wirkte trotz der zahlreichen Wechsel bis zur Spielmitte erstaunlich kompakt und die «Spieler ohne Namen» – Center Stefan Mäder und die Verteidiger Yannick Kaufmann und Kevin Kühni – fügten sich problemlos ins Kollektiv ein.

Spiel kippte im Mitteldrittel

So ausgeglichen das Stardrittel war, so eindeutig schlug das Pendel im Mitteldrittel zugunsten Langenthals um. Und dies nicht nur wegen der beiden Treffer. Langenthal vermochte sich zu steigern, während Basel stagnierte und beste Chancen ausliess. Zweimal profitierte der abgeklärte NLB-Meister von 2010 von Basler Unzulänglichkeiten: Erst legte Dario Gartmann die Scheibe im eigenen Drittel dem heranbrausenden Verteidiger Marc Schefer auf den Stock, dann schauten sich Sandro Gartmann und Matthias Rossi einen weiteren Langenthaler Weitschuss-Treffer – den dritten in Folge – von der Strafbank aus an. Die Oberaargauer hatten ihre optische Überlegenheit konsequent ausgenützt, Basel aber hielt mit dem Anschlusstreffer, 7 Sekunden vor Schluss des Drittels, dagegen.

Doch irgendwie war Basel im Schlussdrittel die Unbekümmertheit, die Präzision und der kleine Schuss Genialität der ersten 20 Minuten abhanden gekommen. Langenthal hingegen machte alles richtig und schlug im entscheidenden Moment zu. Während die Sharks in Überzahl trotz bester Möglichkeiten glücklos blieben, machte es Langenthal keine zwei Minuten später um einiges besser: Kelly traf nach Vorarbeit des ex-Baslers Olivier Schäublin, der sich seinen zweiten Assist gutschreiben liess. Und weitere 70 Sekunden später besiegelte das 5:2 das Schicksal der Basler, die nach Spielmitte immer mehr abgebaut hatten.

Special-Teams machten Unterschied

Der Unterschied der beiden Teams lag in den Spezialsituationen: Langenthal schoss zwei Tore im Powerplay, Basel nutzte trotz guter Chancen keinen der sechs Ausschlüsse. Basel-Trainer Dino Stecher sprach davon, dass «Langenthal eben die entscheidenden Tore gemacht hat – wir aber nicht». Und Doppel-Torschütze Pascal Wittwer sah es noch ein bisschen positiver: «Wir waren fast ebenbürtig, haben aber den Rhythmus verloren, während Langenthal immer besser wurde.»

Basel war nahe dran, das ist richtig, aber letztlich nicht so nahe wie bei seinen drei Siegen in der Meisterschaft. Langenthal blieb auch in Basler Druckphasen ruhig und zwang das Glück auf seine Seite. «Wir haben gegen ein gutes Langenthal verloren,» musste Dino Stecher neidlos zugeben. Oder anders formuliert: Langenthal hat den Haien die Zähne gezogen.

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