Im Basketball ist die Position 1 der wohl wichtigste Part. Nicht selten ist der sogenannte Playmaker der verlängerte Arm des Trainers, organisiert das Aufbauspiel seiner Teamkol­legen, ist für den Spielrhythmus zuständig und bestimmt die Angriffssysteme. Und im bes­ten Fall ist er ein uneigennütziger Assistgeber und kann im Notfall auch skoren. Und auch in der De­fense sollte er seinen gegnerischen Antipoden unter Kontrolle halten. 

Das sind sehr viele Aufgaben und es ist kein Zufall, dass alle Schweizer Nationalliga-A-Teams auf dieser Position meist einen amerikanischen Profispieler haben. Den Allerbesten in der letzten Saison 2016/17 hatten jedoch die Starwings – in der Person von Chris Jo­nes, der namentlich vom Spätherbst an brillierte und sich mit seinen brillanten Auftritten in den Fokus diverser europäischer Topklubs spielte.

Der smarte US-Profi konnte deshalb sein bisheriges (Starwings-)Gehalt gleich verdreifachen und wird in der Spielzeit 2017/18 das Trikot des belgischen Spitzenvereines Mons-Hainaut, der auch europäisch im Euro­Cup, dem zweitwichtigsten internationalen Wettbewerb, mitspielt, tragen. Die belgische Liga ist übrigens um ein Vielfaches stärker als das Schweizer Championnat. 

«Jugoslawische» Basket-Schule 

Der Nachfolger von Jones verfügt über sehr viel Erfahrung. Babic, ein technisch versierter, ballsicherer Spielmacher, debütierte im Alter von 18 Jahren (Saison 2003/04) mit Zrinjevac Zagreb in der 1. kroatischen Division. Und war gleich in der Stammfünf, wo er seine Quali­täten als Denker und Lenker einer Equipe unter Beweis stellte. Bereits auf die nächs­te Saison hin wechselte er zu KK Zagreb – dem Basket-Verein in Kroatien schlechthin.

Mit dem Serienmeister spielte er, nebst der heimischen Meisterschaft, in der Adriatic League, wo Zagreb auf renommierte Rivalen traf. Und Jahr für Jahr spielte Babic in den europäi­schen Wettbewerben FIBA-Cup und in der Euro-Challenge. Der neue Starwings-Aufbauer gilt als Teamplayer, der es versteht, den am besten positionierten Mitspieler zu suchen, zu finden und auch anzuspielen. 

Exploit in Kaunas 

Seinen persönlichen Karriere-Höhepunkt erlebte Petar Babic am 3. Juni 2013, als KK Za­greb zwar die Euro-League-Partie (entspricht im Fussball der UEFA Champions League) bei Zalguiris Kaunas (in jener Saison in Europa unter den Top Ten) mit 76:88 verlor, Babic erzielte gegen die Litauer jedoch sagenhafte 17 Punkte und war bester Skorer der Partie, die vor rund 10’000 Zuschauern über das Parkett ging. 

Nach der Saison 2013/14 wechselte Babic erstmals ins Ausland und spielte für CSU Craiova (Rumänien) und BK Inter Bratislava (Slowakei) – in Meisterschaften, die stärker als die Nationalliga A sind. In der Saison 2015/16 absolvierte Babic auch einige Spiele für den WBC Wels (Österreich), wo er auf einen gewissen gegnerischen Trainer namens Mike Coffin stiess.

Der legendäre Playmaker der Starwings in ihren ersten vier Nationalliga-A-Jahren (2005 bis 2009, Cheftrainer war Pascal Donati), der den Titel «Der Professor» ver­liehen bekam, konnte den «Wings» - sein letzter Klub seiner langen Aktivkarriere - zur Ver­pflichtung von Petar Babic nur beglückwünschen. «Er ist ein sehr guter Spieler, mit Aura, Übersicht und Vista sowie viel Spielintelligenz. Von mir unterscheidet er sich insofern, als er defensiv stärker ist...», so Coffin. 

In der letzten Saison spielte Babic wieder in der Heimat. Er begann die Spielzeit 2016/17 bei KK Zaprube (2. kroatische Liga), wechselte dann aber wieder in die 1. Division zu KK Zabok, wo er im Schnitt in 23 Minuten Spielzeit vier Assists verteilte und sieben Punkte, bei guten Wurfquo­ten, erzielte. 

Es fehlen noch zwei Profis 

«Petar Babic spielt seit 14 Jahren auf hohem Niveau. Er hat gegen 100 internationale Mat­ches bestritten und an ihm wird es liegen, unserem Spiel Ordnung und Struktur zu geben», erklärt Starwings-Cheftrainer Roland Pavloski.

Mit grösster Wahrscheinlichkeit dürfte der Deutsche Björn Schoo (36, 213 cm) auch in der nächsten Saison das Trikot des Birstaler Kombinats tragen (als Feierabend-Profi notabene), während die Nachfolger der beiden Amerikaner Octavius Brown und Darell Vinson noch nicht bestimmt sind.