Riehen
Leichtathletin Simone Werner: «Ich will zur Weltspitze aufschliessen»

Vom 10. bis zum 15. Juli 2012 findet die Junioren U20 Leichtathletik- WM in Barcelona statt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird die Rieherin Simone Werner mit von der Partie sein. Mit der bz spricht sie über ihre sportlichen und privaten Ziele.

Adrian Gottwald
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Die 400m-Läuferin Simone Werner
7 Bilder
Konzentriert am Startblock...
...startet sie optimal ins Rennen...
...und kann sich schnell von ihren Gegenern absetzen.
400m-Läuferin Simone Werner
Ein Bild mit Gewohnheitsfaktor: Simone Werner wird für ihre Leistung mit einer Medallie ausgezeichnet.
Simone Werner beim Lauf «Quer durch Basel» .

Die 400m-Läuferin Simone Werner

Zur Verfügung gestellt

2012 könnte ihr Jahr werden. «Ich will diesen Sommer an der U20-WM in Barcelona für das Schweizer Team starten», sagt die Rieherin Simone Werner im Gespräch mit der bz.

Bis sie in der katalonischen Hauptstadt in den Startblöcken steht, muss allerdings noch die Qualifikation über 400 Meter, ihre Paradedisziplin, überstanden werden.

Auch wenn es sich dabei nicht um eine einfache Pflichtaufgabe handelt, ist die Leichtathletin zuversichtlich: «Meine jetzige Bestzeit liegt knapp 40 Hundertstel-Sekunden über der verlangten Zeit. Doch durch gezieltes Training liegt der zur Qualifikation vorgegebene Wert durchaus in Reichweite.» Unterstützt wird sie in ihrem Vorhaben von Trainerin Sabine Wicki, die einer Qualifikation ihres Schützlings nichts im Wege sieht.

Bis zum 24. Juni hat sie die Möglichkeit, ihre Zeit zu verbessern und sich das Ticket für die Weltmeisterschaft zu sichern. «Wenn alles nach Plan läuft, steht die Teilnahme am 9. Juni bei den Schweizer Vereinsmeisterschaften in Bern fest.», so Werner gegenüber der bz.

Talinn als Vorbild

Bis dahin arbeitet sie akribisch auf ihr Ziel hin. Eine Wettkampfplanung steht bereits, das Training ist strenger geworden und zusätzlich macht sich langsam erste Nervosität bei Werner spürbar.

Von ihren Erlebnissen beim letzten Grossanlass, der U20-Europameisterschaft in Talinn, erzählt die sportliche Rieherin mit glänzenden Augen: «Es war eine beeindruckende Erfahrung, das erste Mal an einem internationalen Grossanlass teilzunehmen. Dieses gute Gefühl und die vielen neuen Erfahrungen, die ich sammeln durfte, werde ich nie vergessen.»

Mit ihren Kolleginnen konnte sie sich in der Teamdisziplin über 4x400m für den Final qualifizieren, wo schlussendlich der 7. Platz resultierte. Dabei stellte die Equipe einen neuen Schweizer Rekord auf.

Realistische Zielsetzung

Auf Rekordjagd wolle sie in Barcelona nicht gehen. Zwar sei sie der Meinung, dass man nur an einem Wettkampf teilnehmen sollte, wenn man auch die Absicht habe, zu gewinnen, doch schätze sie ihre Erfolgschancen realistisch ein: «Bereits mit der Teilnahme würde für mich ein Traum in Erfüllung gehen.»

Für sie gehe es primär darum, weitere Erfahrungen zu sammeln und bei ihren Läufen das Beste herauszuholen.

Ein allfälliger Misserfolg in der Qualifikationsphase wäre eine herbe Enttäuschung für sie, hätte aber auf den weiteren Karriereverlauf keine Auswirkungen: «Es bräuchte seine Zeit, bis ich das verdaut hätte. Trotzdem wäre ein Verpassen der WM für mich kein Grund, mit der Leichtathletik aufzuhören.», so die Rieherin. «Meine Konzentration gälte dann den Schweizer Meisterschaften sowie den Europameisterschaften in Helsinki.»

Gesunder Ehrgeiz

Eine spezielle Motivation für die bevorstehenden, wegweisenden Wettkämpfe brauche sie nicht: «Ich stehe nie gerne auf dem zweiten Platz. Das ist Motivation genug für mich», so Werner.

Sie betont aber, dass es sich um einen gesunden Ehrgeiz handle: «Verbissenheit ist im Sport fehl am Platz und baut nur unnötig Druck auf.»

Auch bekräftigt sie immer wieder, ein Wettkampftyp zu sein und es deshalb gut zu beherrschen, Höchstleistungen zum geforderten Zeitpunkt abzurufen.

Doping wird nie ein Thema sein

Auf Doping in der Leichtathletik angesprochen, gibt sich die Rieherin ungewohnt vorsichtig.

Sie erwähnt ausdrücklich, dass Doping für sie nie ein Thema sein wird. Sie sei strikt gegen jegliche Aufputschmittel, da sie dies nicht mit sich selber vereinbaren könne, sich durch Betrug allfällige Vorteile zu verschaffen.

Ihr Sport vermöge aber keinenfalls eine weisse Weste vorzuweisen: «Auch wenn man in der Leichathletik vergleichsweise wenig von Dopingfällen Kenntnis nimmt, so ist es doch verbreiteter als man denkt.», so die Leichtathletin kritisch.

Ambitioniertes Hobby

Auch wenn Simone Werner momentan ihr Leben nach dem Sport richtet, so verfolgt sie beruflich andere Ziele: «In der Schweiz ist es sehr schwierig, von der Leichtathletik zu leben, weshalb es für mich erstmal ein Hobby mit Ambitionen bleibt und ich eine Ausbildung machen möchte.»

Im letzten Sommer hat sie ihre Matura in der Sportklasse des Gymnasiums Bäumlihof abgelegt. Momentan arbeitet sie im Festivalbüro der «BuchBasel», bevor sie im Herbst ein Studium in Medienwissenschaften und Soziologie an der Universität Basel beginnt.

Persönliche Homepage

Wer mehr über die Riehener 400m-Läuferin erfahren möchte kann sich auf ihrer Homepage simonewerner.ch informieren

Auch Privat dreht sich bei ihr vieles um die sportliche Beschäftigung: «Ich achte auf gesunde Ernährung, übertreibe es aber nicht mit der Kontrolle meiner Essgewohnheiten. Auch gehe ich ab und zu in den Ausgang, wobei ich dabei Alkohol nur in vorbildlichem Masse konsumiere. Nur so kann die Teilnahme an der WM überhaupt ein Thema bleiben.»

Die Überzeugung, welche im Gespräch mit ihr immer wieder zum Vorschein kommt, lässt nicht daran zweifeln, dass sie dieses Ziel erreichen wird.