American Football
Leiser Leistungsträger: René Fink will mit den Gladiators beider Basel den Swiss Bowl gewinnen

René Fink ist einer der Leader der Gladiators beider Basel, die nach zwei Jahren Unterbruch diese Saison die Teilnahme am Swiss Bowl anstreben.

Fabio Baranzini
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René Fink (links) ist seit mehr als zehn Jahren fester Bestandteil der Gladiators beider Basel.

René Fink (links) ist seit mehr als zehn Jahren fester Bestandteil der Gladiators beider Basel.

Juri Junkov

René Fink ist keiner, der das Rampenlicht sucht. Damit ist er in der spektakulären, lauten und oftmals auch emotionsgeladenen Welt des American Football eine Ausnahme. «René ist ein sehr ruhiger Typ und sagt nicht viel. Mit seinen Leistungen ist er aber dennoch ganz klar einer der Leader in unserem Team», beschreibt der Coach der Gladiators Dwaine Wood seinen Spieler, den er seit mehr als zehn Jahren betreut.

Es ist eine Charakterisierung, die René Fink als passend empfindet. «Ich bin keiner, der auf dem Platz herumschreit und eine Show abzieht. Ich bin lieber für mich und bleibe konzentriert. Die Aufmerksamkeit suche ich nicht», sagt er.

Bis zu vier zusätzliche Einheiten pro Woche absolviert René Fink im Kraftraum: «Wer regelmässig spielen will, kommt da nicht drum herum.»

Bis zu vier zusätzliche Einheiten pro Woche absolviert René Fink im Kraftraum: «Wer regelmässig spielen will, kommt da nicht drum herum.»

Fabio Baranzini

Seine Leistungen sprechen aber ohnehin für sich. Seit mehr als zehn Jahren ist René Fink fester Bestandteil des NLA-Spitzenteams der Gladiators beider Basel, gehört dort längst zu den Leistungsträgern und zählt zu den besten Receivern des Landes. Letztes Jahr wurde er auch erstmals für die Nationalmannschaft aufgeboten, musste jedoch aus zeitlichen Gründen absagen.

Eine verschworene Einheit

Der Bubendorfer, der mittlerweile mit Teamkollege Kevin Baumgartner in einer WG in Liestal wohnt, hat mit 16 Jahren begonnen, American Football zu spielen. Eine Sportart, die der frühere Kunstturner damals vor allem von Playstation-Spielen kannte. Nach seinen ersten Probetrainings wusste er aber, dass er seinen Sport gefunden hat.

Winterthur Warriors zu Gast auf dem Rankhof

Nach dem Gewinn des langersehnten Meistertitels im Jahr 2014 haben die Gladiators beider Basel zuletzt zwei Mal in Folge die Teilnahme am Swiss Bowl verpasst. Das wollen die Jungs von Dwaine Wood in diesem Jahr ändern. «Wir sind vor allem in der Offensive stärker als letztes Jahr und haben einen tollen Teamspirit. Ich bin daher überzeugt, dass wir den Swiss Bowl erreichen», sagt René Fink.

Der Saisonstart der Gladiators verlief allerdings etwas harzig. In den ersten Duellen gegen Genf und Lausanne bekundeten sie mehr Mühe als erwartet, gewannen aber zwei Mal. Das soll auch am Samstag (18 Uhr, Rankhof) im Spitzenspiel gegen die Winterthur Warriors so bleiben. «Es wird ein interessantes Spiel auf Augenhöhe», glaubt Fink.

«American Football ist enorm vielseitig. In unserem Team haben wir vom kleinen, flinken Spieler bis hin zu den grossen und schweren Brocken alles dabei. Obwohl wir insgesamt fast 50 Spieler sind, müssen wir eine verschworene Einheit sein, eine Familie. Das gefällt mir», sagt Fink, der einer von vier Captains bei den Gladiators beider Basel ist.

Sieben Trainings pro Woche

Der 27-Jährige ist ehrgeizig. Daraus macht er keinen Hehl. «Ich will in jeder Saison den Titel holen. Das Potenzial dazu ist vorhanden. Wir haben eine starke Mannschaft», sagt der gelernte Zimmermann, der seit Kurzem im Onlineverkauf für Nahrungsergänzungsmittel arbeitet.

Für den Erfolg ist Fink bereit, hart zu arbeiten. Neben den drei Trainings auf dem Feld stehen jede Woche zusätzlich bis zu vier Einheiten im Kraftraum auf dem Programm. «Unsere Saison ist kurz, aber intensiv. Wenn man regelmässig spielen will, kommt man nicht ums Krafttraining herum.»

Musik als perfekte Ergänzung

Dennoch findet Fink Zeit, neben dem American Football seine zweite grosse Leidenschaft zu pflegen: die Musik. Seit zwölf Jahren ist er Mitglied der «Sambaschränzer», einer Guggenmusik aus Bubendorf. «Ich mache sehr gerne Musik und auch die Auftritte geniesse ich sehr – vor allem jene an der Fasnacht», sagt Fink.

Da stellt sich natürlich die Frage: Was ist denn nun die schönste Zeit des Jahres für René Fink? Die Fasnacht, wie es sich für einen richtigen Fasnächtler gehört, oder doch die American Footballsaison? Es ist das einzige Mal im gesamten Gespräch, dass Fink bei einer Antwort zögert. «Das ist eine echt schwierige Frage», sagt er. «Mein Fokus liegt derzeit beim American Football, aber die Musik ist die perfekte Ergänzung dazu.»