FC Basel

Lernen von den Young Boys

Urs Fischer hofft auf einen Sieg gegen den FC Lugano - somit wäre der Traumstart perfekt.

Urs Fischer hofft auf einen Sieg gegen den FC Lugano - somit wäre der Traumstart perfekt.

FCB-Coach Fischer warnt vor YB-Bezwinger Lugano – und findet deutliche Worte zum Konkurrenzkampf.

Sechs Punkte bereits beträgt der Abstand zwischen dem FC Basel und den Berner Young Boys. Resultierend aus dem 3:0-Heimsieg der Basler gegen YB und der überraschenden 1:2-Heimpleite der Berner gegen Lugano. Im Anschluss an das letztgenannte Ereignis hiess es nicht zum ersten Male in jüngster Vergangenheit: typisch YB! Während der FCB in der Regel gegen die Leichtgewichte souverän gewinnt, lässt YB in diesen Spielen immer wieder wichtige Punkte liegen.

Damit diese Tatsache auch heute am späten Abend noch Gültigkeit hat, warnt FCB-Coach Urs Fischer seine Spieler mit YB-Bildern. Und zwar mit solchen aus dem Debakel gegen Lugano: Während YB nach dem 1:1 mit (zu viel) Vehemenz das 2:1 suchte, nutzten die Tessiner eiskalt die entstandenen Löcher in der Berner Defensive und trafen ihrerseits zum Sieg.

«Das darf uns nicht passieren», sagt Fischer und verweist auf die Konterstärke der Luganesi. «Wir haben im Videostudium ausdrücklich darauf hingewiesen. Wir dürfen nicht in die Konter laufen.» Der FCB vor dem Heimspiel gegen Lugano – oder: Lernen von YB, wie man es nicht macht.

Der Reiterschlamassel

Mit dem fünften Sieg im fünften Spiel würden die Basler den Traumstart in die Meisterschaft zementieren. Und hätte Urs Fischer das wichtigste Argument, jenes des Erfolgs, weiter auf seiner Seite. Was enorm wichtig ist beim Umgang mit dem grossen Kader: Solange die Resultate stimmen, haben nicht berücksichtigte Spieler wenig Grund aufzumucken.

Bereits jetzt müssen renommierte Profis auf die Tribüne, in den nächsten Tagen kehren die verletzten Geoffroy Serey Die, Kevin Bua und Andraz Sporar sowie Olympia-Teilnehmer Alexander Fransson zurück. Vier Spieler, die bei allen anderen Super-League-Teams unbestrittene Stammkräfte wären.

Fischer sagt, für ihn ändere sich mit dem nochmals verschärften Konkurrenzkampf nichts. «Das sind alles Profis. Jeder weiss bei der Vertragsunterschrift, worauf er sich in Basel einlässt.» Er führe zwar viele Einzelgespräche; doch vor jedem Spiel den Nichtnominierten die Gründe dafür zu erklären, das gehe zu weit: «Spätestens beim dritten Mal würde meine Glaubwürdigkeit drastisch schwinden.»

Fischer ungewohnt deutlich: «Ich versuche, jedem eine faire Chance zu geben. Aber es ist hier kein Wunschkonzert, das Team hat immer Vorrang vor den Einzelinteressen. Wer nicht bereit ist, sich unterzuordnen, muss über die Bücher.» Auch sehe er keine Notwendigkeit, seine Personalentscheidungen in der Öffentlichkeit zu begründen. Also nicht so, wie es in Rio der Equipenchef der Schweizer Reiter bei der Ausbootung von Janika Sprunger getan hatte – und damit eine flammende Debatte auslöste. Für Urs Fischer unverständlich, «ein Schlamassel, der einfach zu verhindern gewesen wäre».

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