Auch wenn ein absolutes Aushängeschild wie im letzten Jahr (Lin Dan, der Roger Federer des Badminton-Sports) fehlte, durfte sich das Fachpublikum an Spielerinnen und Spieler erfreuen, die entweder auf dem Weg nach ganz oben sind – oder dort schon waren. Wie Männer-Finalist Jan O. Jorgensen, welcher aktuell im Weltranking auf Platz 112 aufgeführt wird, vor einem Jahr, im März 2017, aber noch die Weltnummer 2 war. Viele Ex-Topspieler wählten Basel als Spielwoche, um wertvolle Punkte für die Weltrangliste zu gewinnen.

Schade war, dass Jorgensen angeschlagen zum Finale antrat und so von Beginn an gegen Sameer Verma auf verlorenem Posten stand. Der Inder siegte klar mit 21:15 und 21:13 in 36 Minuten.

Im sonntäglichen Auftaktspiel wurde die Favoritin ihrer Reputation gerecht. Sayaka Takahashi siegte gegen ihre Landsfrau Natsuki Nidaira locker in 39 Minuten in zwei Sätzen mit 21:12 und 21:18. Die Turniersiegerin gehört zur erweiterten «Crème de la Crème» und ist weltweit die Nummer 21. Die Japanerin gab in Basel keinen Satz ab – und mehr als 18 Punkte schaffte niemand gegen Takahashi.

Europäische Ausmarchung im Mixed-Doppel

Eine europäische Ausmarchung gab es im Mixed-Doppel. Wenn im Fussball Deutschland gegen England spielt, sind Emotionen garantiert. Auch beim Duell zwischen Mark Lamsfuss/Isabel Herttrich und Marcus Ellis/Lauren Smith erlebte man einen emotionalen Vergleich, der die gut 2500 Zuschauer mitriss. Im ersten Satz lag meist die als Nummer 1 gesetzte deutsche Paarung vorne, musste aber zuletzt hart «beissen», um mit dem dritten Satzball das Set mit 22:20 für sich zu entscheiden

. Auch im zweiten Satz legte Lamsfuss/Herttrich wieder, Ellis und Smith glichen zum 11:11 aus, gerieten mit 16:20 in Rückstand, doch dann begann das Nervenflattern bei den Deutschen. Die englische Paarung konnte drei Matchbälle abwehren und auf 19:20 verkürzen, doch nach genau 46 Minuten hatte die Turniernummer 1 den Satz (21:19), Match und Turniersieg ins Trockene gebracht.

Spiel des Tages

Nicht unerwartet wurde das Frauen-Doppel zum absoluten Höhepunkt. Sei es bezüglich Intensität, Spannung und der Spieldauer her. Die «Stoeva-Sisters», seit vielen Jahren in Basel Stammgast (die Bulgarinnen bezeichnen das Swiss Open als eines ihrer Lieblingsturniere) gingen zwar als hohe Favoritinnen ins Endspiel. Denn die beiden Bulgarinnen sind die Weltnummer 13, ihre Rivalinnen Ayako Sakuramoto und Yukiko Takahata «nur» die Nummer 54. Doch die beiden Japanerinnen waren gewillt, ihren Widersacherinnen den ersten, «fälligen» Swiss-Open-Turniersieg streitig zu machen.

Und zur Freude der Zuschauer ging die Partie über drei Sätze. Nach 21:19 und 15:21, aus Sicht der Geschwister, musste die «Belle» entscheiden. Und diese versetzte das Publikum in ein derartiges Wechselbad der Gefühle, das tosender Applaus mit atemloser Stille wechselten. Und in der Endphase waren es die Asiatinnen, welche das stärkere Nervenkostüm hatten und den Satz mit 21:18 gewannen.

Die Partie hatte 80 Minuten gedauert – eine Rekordzeit für diese 28. Austragung. Schon im letzten Jahr hatten Gabriela und Stefani Stoeva das Finale verloren; aber die beiden Osteuropäerinnen werden im nächsten Jahr (März 2019) einen erneuten Anlauf nehmen. Im Wissen, dass dann dazumal das Teilnehmerfeld noch stärker sein wird.

Das Männer-Doppel bildete den Turnierabschluss. Und hier wurden Mathias Boe/ Carsten Mogensen ihrer Favoritenrolle gerecht. Die Dänen, die Nummer 1 der Swiss Open, und Weltnummer 2, schlugen Tinn Isriyanet und Kittisak Namdash aus Thailand in zwei Sätzen (21:15 und 21:11 in 35 Minuten). Punkt 17.06 Uhr gehörten die 28. Yone Swiss Open der Vergangenheit an. Doch die Vorfreude auf die nächste 29. Ausgabe, vor allem aber die WM im August, war bei allen - Veranstalter, Aktiven und Zuschauern – spürbar.