Fussball
Liestal punktet im Abstiegskampf

Die Baselbieter besiegen im Derby der 2. Liga interregional ein ambitions- und lustloses Muttenz verdient mit 2:0. Damit verschaffen sich die Liestaler Luft im Kampf gegen den Abstieg.

Luc Durisch
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Baselbieter Fussball-Derby Muttenz - Liestal
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Manuel Jenny wird von Damiano Manna am Abschluss gehindert.
Liestals Dimitri Sidler klärt vor Manuel Jenny.
Ricardo Rossi versucht den Liestaler Phil Malzcher auszuspielen.
Thomas Eggenberger kann nicht vom Abpraller profitieren.

Baselbieter Fussball-Derby Muttenz - Liestal

Martin Töngi

Es lief die 93. Minute in Muttenz, als sich die entscheidende Szene ereignete, die irgendwie bezeichnend war für die zweite Halbzeit, ja für das gesamte Spiel. Muttenz-Angreifer Yanick Graber hatte den Ausgleich auf dem Kopf, Liestals Goalie Nils Schulz reagierte glänzend und direkt im Gegenzug gelang den Gästen durch Dimitri Sidler die Entscheidung.

Der Dauerschütze gegen seine Ex-Klubs

Das war der Schlusspunkt einer Partie, die über weite Strecken kaum fussballerische Feinkost bot. Die erste Halbzeit war geprägt vom Kampf, das Spiel fand vor allem im Mittelfeld statt. Wie aus dem Nichts gelang Liestal in der 26. Minute die Führung. Nach toller Vorarbeit von Sidler war es ausgerechnet der ehemalige Muttenzer Pierluigi Spallino, der den Ball zum 0:1-Pausenstand über die Linie drückte.

Der Torschütze meint nach dem Spiel: «Muttenz hat es uns sehr schwer gemacht, aber ich bin froh, dass wir diese wichtigen Punkte einfahren konnten.» Schmunzelnd fügt er noch an:» Irgendwie treffe ich immer gegen meine Ex-Clubs.»

Glück, dass es nicht Rot gab

Die zweite Halbzeit begann um einiges animierter. Liestal vergab in der 53. Minute das 0:2, als Spallino alleine auf Reist laufen konnte, diesmal aber am stark reagierenden Torwart scheiterte. Kurz darauf hatte der Gast Glück, dass der Schiedsrichter ihren Keeper Schulz nicht des Feldes verwies. Als der Muttenz-Stürmer Manuel Alessio alleine auf ihn zulief und ihn umspielte, trennte er ihn regelwidrig vom Ball.

Muttenz-Trainer Björn Ulli dazu: « Es war sicher nicht die spielentscheidende Szene. Die drei Punkte gehen verdient nach Liestal. Wir hatten heute nicht den nötigen Biss und die nötige Konsequenz im Spiel, wahrscheinlich auch, weil der Verein diese Woche kommunizierte, dass ich nächste Saison nicht mehr an der Seitenlinie stehe. Dies war für meine Spieler eine spezielle Situation, da auch ihre Zukunft ungewiss ist.»

Die fehlende Konsequenz machte sich in der Folge bemerkbar. Muttenz blieb aus dem Spiel zu harmlos und die Gäste verlegten sich zunehmend aufs Kontern. «In der zweiten Halbzeit reagierten wir mehr anstatt zu agieren. Trotzdem hätten wir das Spiel früher entscheiden können und haben am Ende verdient gewonnen», meinte Gästetrainer Franco Miele.

Die Gastgeber öffneten immer mehr und vergaben in der 78. Minute die grösste Ausgleichschance. Der junge Alessio kam freistehend zum Kopfball, aber der Ball landete direkt in den Armen von Schulz. Diese Szene war der Startschuss für die Schlussoffensive der Muttenzer. Wirklich Zwingendes schaute jedoch nicht mehr heraus. Die Fortsetzung ist bereits erzählt und die Gäste nahmen drei wichtige Punkte gegen den Abstieg mit.

Muttenz – Liestal 0:2 (0:1)

100 Zuschauer. – SR Jankovic. – Tor: 26. Spallino 0:1. 93. Sidler 0:2

Muttenz: Reist; Rossi(46. Gisler), Dervisi, Tanner, Zanfrini(74. Graber); Schmidt, Schüppach, Eggenberger(57. Stöckli), Borgeaud; Jenny, Alessio

Liestal: Schutz, Wuhrmann, Neuhaus, Boumelaha, Malzacher; Eggenberger(82. Schuler), Shashivari, Manna, Weisskopf(87. Amiti), Sidler; Spallino(74. Stankovic)

Bemerkungen: Muttenz ohne Gören, Kurtaj, Belaffatti, Gubser (alle verletzt). Liestal ohne Baer. – Verwarnungen: 30. Eggenberger, 36. Jenny, 84. Schuler (alle Foul)