Ueli Schwarz, das nun eingetretene Szenario wurde vom Verband bereits vorbereitet. Haben Sie mit dieser Nachricht von heute gerechnet?

Ueli Schwarz: Nach der Ankündigung vom Verwaltungsrat, dass die EHC Basel AG ihre Bilanz deponiert habe, musste man schon damit rechnen. Trotzdem haben wir natürlich gehofft, dass dadurch vielleicht ein Investor auf den Plan gerufen werden könnte. Umso mehr, als dass Basel nicht in einer desolaten finanziellen Verfassung war. Deshalb haben sich die Klubs auch in einem Gentlemans Agreement darauf geeinigt, vorläufig keine Spieler aus dem Kader der Sharks unter Vertrag zu nehmen. Das ist nun aber alles Makulatur. Nun müssen wir auch bei der Nationalliga reagieren und dem Klub die Lizenz verweigern.

Wie nahe war die Nationalliga in den letzten Tagen an den Geschehnissen rund um die versuchte Rettung dran?

Wir waren informiert, dass verschiedene Gespräche laufen – mehr aber auch nicht. Das ist auch nicht unsere Sache, da wir nicht Teilhaber bei der EHC Basel AG sind. Wir haben eine mögliche Rettung insofern unterstützt, als dass wir dem Klub hätten bis zum kommenden Freitag Zeit geben können, bis der Lizenzantrag hätte eingereicht werden müssen.

Die Nationalliga hätte den Sharks also keine verlängerte Frist ermöglichen können?

Nein, das wäre leider nicht möglich gewesen, weil es in wenigen Wochen schon wieder los geht. Die Spielpläne sind gemacht, die Saison ist auch von den Klubs geplant. Irgendwann müssen wir die Anzahl der in der Saison teilnehmenden Klubs kennen. Ich möchte aber nochmals betonen, dass das Ende der Basel Sharks sehr bedauerlich ist. Damit verliert die Region ihr Flaggschiff in der grossen Sportart Eishockey.

Und das in einer Region, in der das Potenzial an Investoren durchaus vorhanden sein sollte.

Genau. Natürlich ist es nicht gesund, wenn das Überleben eines Klubs über Jahre hinweg an einer Person hängt. Das ist aber eine Entwicklung die wir, gerade im Eishockey und im Fussball, durchaus kennen.

Können Sie sich erklären, warum sich denn kein neuer Investor finden liess?

Die Basel Sharks haben in den vergangenen Jahren nur begrenzten Zuspruch vom Publikum erhalten. Selbst in der NLA hielten sich die Zuschauerzahlen im Rahmen, die Region hat sich nie zum Spitzeneishockey bekannt und das Überleben für einen Klub in der St. Jakob-Arena ist auf NLB-Niveau aus kostentechnischen Gründen nicht einfach. Diese drei Faktoren haben sicherlich eine wesentliche Rolle gespielt. Nun hoffen wir, dass zumindest die Nachwuchsbewegung der Sharks am Leben bleibt.

Der Zeitpunkt des Konkurses ist höchst unglücklich. Wie beurteilen Sie die Situation der nun vertragslosen Spieler?

Einen guten Zeitpunkt gibt es für so etwas nie. Aber sicher ist das nun sehr unglücklich. Die Kader der anderen Klubs sind gemacht, die Budgets aufgebraucht. Es wird für die Spieler sicher nicht einfach und das macht die ganze Sache umso tragischer. Aber der Verwaltungsrat hat nun einmal so entschieden, das müssen wir akzeptieren.

Sie waren in der Vergangenheit selber beim EHC Basel beschäftigt, wie haben Sie die heutigen Neuigkeiten persönlich zur Kenntnis genommen?

Natürlich bedauere ich sehr, dass es so kommen musste. Aber irgendwie habe ich auch ein gewisses Verständnis. Ich kenne die Situation und kann die Beweggründe der Verantwortlichen nachvollziehen. Die Situation in Basel ist schwierig. Natürlich hätte ich mir eine andere Lösung erhofft, aber so richtig überraschen mag mich das alles nun doch auch nicht.