Basketball NLA
Limiten aufgezeigt: Die Starwings erleiden innert 44 Stunden zwei Kanterniederlagen

Nach der Vorrunde belegt das Birstaler Kombinat noch immer den erstaunlichen vierten Tabellenplatz. Doch die Auftritte vom Wochenende in Genf und zu Hause, vor einer Rekordkulisse, gegen Fribourg bewiesen, dass die «Wings» gegen die Landesgrös-sen auf verlorenem Posten stehen.

Georges Küng
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Auch Topskorer Chris Jones konnte die Starwings nicht zum Siegen führen.

Auch Topskorer Chris Jones konnte die Starwings nicht zum Siegen führen.

Uwe Zinke

Wenn an einem Freitagabend eine Equipe, in welcher zwei Drittel der Exponenten ganz normal arbeiten, zur Schule gehen und/oder studieren, zu einem Team reist, das aus lau­ter Profispielern besteht, weiss man, dass da zwei Vereine am Werk sind, die wohl in der gleichen Liga spielen, aber nicht die gleichen Voraussetzungen haben.

Les Lions de Genève sind noch immer in der Lage, ein Millionenbudget zu stemmen, auch wenn man in der Calvinstadt weiss, dass nationale Titel nur die Vitrine schmücken, nicht aber den Gang nach Europa bedeuten. Die Geschichte des gar ungleichen Vergleiches ist schnell erzählt. Zwischen der 11. und 20. Minute überfuhren die Romands ihren Rivalen aus der Deutschschweiz – und damit war die Partie entschieden und das Meisterschaftss­piel zwischen Genf, das vor dem Anpfiff noch zwei Zähler weniger als die «Wings» auf sei­nem Konto hatte, zu einer Art «Betriebsausflug» degradiert worden.

Der Intensität nicht gewachsen

Für das Sonntagsspiel hatten die Unterbaselbieter die Werbetrommel gerührt. Dank Hauptsponsor Novartis konnte man freien Eintritt gewähren - und die Halle präsentierte sich gut gefüllt, die Erwartungen waren hoch. Doch die Gäste entwickelten von der ersten Sekunde an einen derart immensen Druck, dass die Starwings nie ins Spiel fanden. Sie konnten immer nur reagieren, nie selber agieren. Und ihre Reaktion war von Hilflosigkeit geprägt – auch diese Partie war zur Halbzeit «längst gegessen». Wer nach einer Halbzeit 56 Gegenpunkte erhalten hat, war vor allem in der Defense heillos überfordert.

Andererseits sind Fribourg und Genf auch Teams, welche sich die Schweizer Nationalspie­ler in etwa aufteilen. Es sind Klubs, die auch auf den Positionen der Ausländer in einer an­deren Kategorie (sprich: Gehaltsklasse) operieren können. Olympic konnte es sich erlau­ben, Nationalspieler Westher Molteni ganze fünf Minuten einzusetzen – bei den Star­wings würde der Tessiner wohl 40 Minuten durchspielen können (müssen).

Ligacup-Qualifikation

Bereits übermorgen Mittwoch (19.30 Uhr; Sporthalle Birsfelden) tragen die Starwings ihren nächsten Ernstkampf aus. Als Tabellenvierter spielen sie gegen das «Grande Lugano» (Fünfter) um die Ligacup-Qualifikation (Fribourg und Monthey sind bereits qualifiziert), während Genf (als Dritter) auf den Sechsten, Union Neuchâtel, trifft.

Vor drei Wochen, am 3. Dezember, hatten die Starwings ihr Meisterschafts-Heim­spiel gegen Lugano, nach einem 44:54-Rückstand, noch mit 64:56 gewonnen. Und in den vier letzten Minuten einen wundersamen 20:2-Run hingelegt. Und somit die Euphorie (und Siege gegen Winterthur und in Massagno) ausgelöst, welche am Wochenende von den Genfer Löwen und dem Champion Fribourg Olympic abrupt, jäh und pietätlos wieder aus­gelöscht wurde.

Die Tabelle nimmt langsam jene Konturen an, die sie aufgrund der Solvenz auch nehmen muss. Vorne die «Grossen Vier» aus der Romandie, danach sollte Lugano folgen. Und dann folgt der Rest der Liga – gegen Boncourt, Central Luzern, SAM Masasgno, Lausan­ne und Winterthur werden die Starwings (wieder) gewinnen müssen, wenn sie sich vorzei­tig für die Playoffs qualifizieren möchten. Oder eine gute Ausgangsbasis für Rang 8 legen wollen. Alles andere ist utopisch und entspricht weder den Klubmöglichkeiten noch der Substanz der Equipe.

Die Telegramme

Les Lions de Genève – Starwings 93:63 (48:28)

Pommier. - 450 Zuschauer. - SR: Stojcev/Marmy/De Martis.

Genf: Williams (10), Kovac (15), Mladjan (18), Braswell (22), Garrett (9); Grüninger (8), Louis­saint (2), Solioz (2), Kuba (5), Kozic (2).

Starwings: Jones (15), Herrmann (9), Fuchs, Brown (7), Vinson (12); Schoo (11), Verga (4), Sa­ger (3), Hauri, Pavlovic (2).

Bemerkungen: Genf ohne den US-Topskorer Ballard, Gravet und Madiamba (alle verletzt). - Starwings ohne Carrara, Thélémarque (beide verletzt) und Devcic (beruflich verhindert). - Viertelsresultate: 20:15, 28:13 (48:28); 25:17 (73:45) und 20:18 (93:63). - Mit fünf Fouls aus­geschieden: 37. Schoo. - Fouls: Genf 18, Starwings 15.

Starwings – Fribourg Olympic 69:92 (38:56)

Sporthalle. - 812 Zuschauer (Gratiseintritt). - SR: Clivaz/Sani/Hüsler.

Starwings: Jones (19), Fuchs (12), Brown (16), Sager, Vinson (10); Verga (4), Herrmann (3), Schoo (5), Hauri, Pavlovic.

Fribourg: Wright (28), Mladjan (11), Roberson (8), Cotture (17), Taylor (16); Jurkovitz (4), Fongué (5), Molteni (3), Monteiro, Leemans, Mbala.

Bemerkungen: Starwings ohne Carrara, Thélémarque (beide verletzt) und Devcic (Rücktritt aus beruflichen Gründen). - Fribourg komplett. - Viertelsresultate: 18:30, 20:26 (38:56); 18:22 (56:78) und 13:14 (69:92). - Fouls: Starwings 10, Fribourg 18.