Das gestrige Spiel gegen das Schlusslicht Delémont war symptomatisch für die Saison der Old Boys: Ordentlich, aber nicht überragend. Die Gelbschwarzen spielten gut mit, führten zwei Mal durch einen Akbulut-Penalty und einen Schlenzer des jungen Tasars, bekamen aber jeweils den Ausgleich. Und so lief es irgendwie auch diese Saison: Der Klassenerhalt wurde zwar geschafft, aber Freudensprünge werden dabei wohl die Wenigsten gemacht haben, denn die gewünschte Konstanz wurde sowohl auf als auch neben dem Platz nicht erreicht.

Wieder einmal unternahmen die Old Boys einen Versuch, eine ruhige und souveräne Saison zu spielen. Frei von Nebenschauplätzen und mit dem Wunsch, etwas Kontinuierliches mit jungen Spielern aufzubauen. Leider muss man «wieder» sagen: Denn es ist erneut nicht ganz gelungen. Einen Trainerwechsel mitten in der Saison, die undurchsichtige Freistellung des Sportchefs ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt und eine erschwerte Kaderplanung für die nächste Saison bleiben haften.

Bisher definitiv bestätigen kann Sportchef Rafet Öztürk nur den Verbleib von Kapitän Diren Akdemir, wobei es bei einigen Spielern nicht schlecht aussehe, bezüglich einer weiteren OB-Saison. «Es ist so, dass wir dieses kranke System mit Söldnern, die in dieser Liga dem Geld nachspringen, nicht mehr mitmachen wollen», sagt Öztürk. Ganz genaue Angaben zur finanziellen Situation des Vereins und der ersten Mannschaft will er nicht machen. Es sei ein Fakt, dass die höher dotierten Spieler Lohnkürzungen in Kauf nehmen müssten. Einige Zugänge sind bereits fix, allerdings wolle man diese aus «nötigem Respekt» zu den jetzigen Akteuren erst nach dem Cup-Qualifikationsspiel nächste Woche bekannt geben.

Rafet Öztürk ist offiziell wieder Sportchef der ersten Mannschaft, nachdem Walter Schneider nur ein halbes Jahr in diesem Amt bleiben durfte. Schneider wurde gross angekündet, die Zusammenarbeit schien jedoch nie ganz zu klappen. Zuerst funktionierte die Harmonie mit Trainer Roger Hegi nicht, und als Schneider seinen favorisierten Trainer Marco Chiarelli installieren konnte, musste er gehen. Immerhin erreichte Chiarelli den Klassenerhalt dank einer guten Phase im Frühling mit zehn Punkten aus vier Spielen. «Der Ligaverbleib war immer das Ziel, nicht mehr, nicht weniger», erklärt Öztürk. Auch nächstes Jahr bleibt das Ziel gleich, «wenn möglich, ohne bis am Schluss zittern zu müssen».