Super League

Luca Zuffi: Bescheidener Trainerliebling

Zuffi ist bei den Trainern beliebt.

Zuffi ist bei den Trainern beliebt.

Zuffi ist keiner für die Galerie, sein Spielstil ist unauffällig und schnörkellos. Man wirft ihm vor, er habe zu wenig Speed und verstecke sich oft auf dem Spielfeld. Trotzdem setzen die FCB-Trainer kompromisslos auf den 25-Jährigen?

Mit dem letzten Aufgebot tritt der FC Basel heute in Thun an. Zu den langzeitverletzten Andraz Sporar und Jean-Paul Boetius gesellte sich am Donnerstag Birkir Bjarnason: Der Isländer zog sich in der Europa League beim 2:1 gegen St. Etienne einen Handbruch zu und muss drei Wochen pausieren.

Zudem fehlen im Berner Oberland die gesperrten Taulant Xhaka und Marc Janko. Und wohl erst kurzfristig entscheidet sich der Einsatz von Torhüter Tomas Vaclik: Der Tscheche hat Adduktoren-Probleme und drohte bereits gegen St. Etienne auszufallen. Für ihn stünde Germano Vailati bereit. Um das Matchblatt mit den 18 Spielern zu füllen, hat Trainer Urs Fischer Offensivtalent Nicolas Hunziker aus der U21 nachnominiert.

Wie auch immer sich die Basler «Notelf» präsentiert – einer wird in Thun mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf dem Platz stehen. So wie – abgesehen vom Cupderby gegen Erstligist Muttenz – immer in dieser Saison: Luca Zuffi. Der Winterthurer ist der Marathonmann des FC Basel, stand in 36 von 37 Spielen auf dem Platz. Hinter Zuffi folgen Marek Suchy und Michael Lang, die beide auf 32 Einsätze kommen.

Zuffi ist keiner für die Galerie, sein Spielstil unauffällig und schnörkellos. Kritiker werfen ihm vor, er bewege sich immer im gleichen Trott, habe zu wenig Speed und verstecke sich oft auf dem Spielfeld. Alles davon mag ein Fünkchen Wahrheit haben. Doch warum setzen die FCB-Trainer trotzdem kompromisslos auf den 25-Jährigen? Auch Urs Fischers Vorgänger Paulo Sousa war ein Zuffi-Fan, sagte einst: «Luca möchte ich immer als Freund behalten. Er wird mich nie enttäuschen.»

Die Trainer mögen am Menschen Zuffi seine Bescheidenheit. Zuffi ist kein Blender, kann seine Stärken und Schwächen gut einschätzen und stellt sich nie in den Mittelpunkt. Am Donnerstag avancierte er im Europa-League-Krimi gegen St. Etienne mit zwei Treffern zum «Man of the Match». Sein direkt verwandelter Freistoss zum 1:0 war eine Augenweide, der überlegte Schuss zum 2:1 ein Beweis seiner technischen Klasse. Ein Galaauftritt, der für andere Grund genug wäre, sich selber zu feiern. Nicht so Zuffi. Er sagte: «Ich möchte die Mannschaftsleistung herausheben.»

Der Fussballer Zuffi ist so wertvoll, weil er sowohl offensiv als auch defensiv ein verlässlicher Wert ist. «Achter» pflegt man Spieler wie ihn zu nennen. Weil sie sowohl die Rolle des Spielmachers als auch die des Abräumers vor der Abwehr beherrschen. Auch wenn er bisweilen einen überspielt, ausgepowert wirkt und nicht in jedem Spiel eine Gala wie gegen St. Etienne abliefert: Auf ein solides Grundniveau kommt Zuffi praktisch immer – ein weiterer Pluspunkt.

Sein Talent, sein Fleiss und seine Bescheidenheit werden auch heute zu bewundern zu fsein. In Thun, wo er einst seine ersten Schritte in der Super League machte, bevor er im Sommer 2014 nach Basel wechselte. Beim Ligakrösus zeigte seine Entwicklung weiter nach oben, sodass sein erstes Nationalmannschaftsaufgebot im vergangenen Herbst nur logisch war. Zuffi gefiel, was er dort erlebte. So gut, dass er seither nicht mehr von Sommerferien am Strand, sondern von der Europameisterschaft in Frankreich träumt.

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