1.Liga
Machen die Old Boys den Sack zu?

Heute kommt es zum Kracher zwischen den Old Boys und dem FC Basel U21. Die Ausgangslage ist brisant: Nur wenn die Old Boys gewinnen, der Drittplatzierte Baden Punkte abgibt und/oder der Zweite Breitenrain verliert, ist der Aufstieg definitiv.

Nicolas Lurati
Merken
Drucken
Teilen
Diren Akdemir (rechts, hier gegen Muttenz) will im Derby gegen Basels U21 den Aufstieg sichern. Aeschbach

Diren Akdemir (rechts, hier gegen Muttenz) will im Derby gegen Basels U21 den Aufstieg sichern. Aeschbach

Was haben die Old-Boys-Spieler Diren Akdemir, Patrik Breton, Nico Thüring, Renato Santabarbara, Talisson Ferreira Da Costa, Tim Grossklaus und Pascal Rietmann gemeinsam? Natürlich, alle sind Teamkollegen. Doch noch ein weiterer Punkt verbindet diese Akteure: Alle waren sie einst im U21-Kader des FC Basel. Zwar sind nicht alle der genannten Ex-Rotblauen Stammspieler bei OB, trotzdem nehmen einige von ihnen tragende Rollen ein. Wie zum Beispiel Thüring oder Akdemir, die beide zu den absoluten Leistungsträgern in der Mannschaft des 1.-Liga-Spitzenreiters gehören.

Nun, im zweitletzten Meisterschaftsspiel der Saison erwartet OB heute (16.00 Uhr, Schützenmatte) genau diese U21 des FCB. Ein eminent schicksalhaftes Spiel für die Gelbschwarzen. Wenn die Old Boys gewinnen, der Drittplatzierte Baden Punkte abgibt und/oder der Zweite Breitenrain verliert, ist der Aufstieg definitiv. Holt OB jedoch keinen Dreier, muss weiter gezittert werden. Bei einer allfälligen Niederlage wären, je nach dem wie die direkten Konkurrenten spielen, die Old Boys in der Schlussrunde sogar noch auf fremde Hilfe angewiesen. Die Lage ist also äusserst brenzlig. Aber eben, es darf nicht vergessen werden: Der Basler Klub hat es in den eigenen Händen beziehungsweise Füssen.

Erst zu 1.-Liga-Topteam entwickelt

«Der Druck ist da und wir sind auch nervös», so Akdemir – einer dieser ehemaligen Rotblauen im OB-Kader. «Doch wir wollen aufsteigen, denn jetzt ist es realistisch. Wir sind gespannt, was auf uns zukommen wird. Ich bin zuversichtlich. Schon in Zürich zeigten wir eine gute Leistung, wurden dafür jedoch nicht belohnt.» Die Promotion dürfe jedoch nicht als Pflicht angesehen werden und auch die Erwartungen sollte man nicht zu hoch ansetzen, meint OB-Trainer Massimo Ceccaroni: «Am Anfang der Saison strebte die halbe Liga den Aufstieg an. Wir gehörten zum erweiterten Favoritenkreis. Doch erst im Laufe der Spielzeit haben wir uns zu einem wirklichen
1.-Liga-Topteam entwickelt.»

Ceccaroni, der im Vergleich zu einigen seiner Schützlinge den umgekehrten Weg – also von OB zum FCB – gehen wird, sähe einen Nichtaufstieg als Enttäuschung, keineswegs jedoch als Katastrophe. «Wenn es klappen sollte, wäre es das i-Tüpfelchen auf eine sehr gute Saison. Ansonsten würde zwar Frust herrschen, aber es wäre kein Weltuntergang.» Würde «Cecca», falls man auf den Zielgeraden noch scheitern sollte, bei OB als der Unvollendete in Erinnerung bleiben? Sicher nicht. Denn der frühere FCB-Rechtsverteidiger hat auf der Schützenmatte in sieben Jahren enorm viel erreicht. Trotzdem wäre ein Avancement in die 1.Liga Promotion ein fantastisches Abschiedsgeschenk. Und für die Region enorm wichtig, neben der U21 des FCB einen zweiten Vertreter in der neu geschaffenen Liga zu stellen. Schafft es OB gegen Ceccaronis zukünftigen und Akdemirs, Thürings, Rietmanns etc. ehemaligen Verein schon, den Sack zuzumachen, wäre es natürlich umso schöner.