Timo Lippuner weilt in Taipeh. Aber nicht etwa, um Ferien in Taiwan zu geniessen. Nein. Stattdessen betreut der aktuelle Chef-Trainer der Volleyball-Nationalmannschaft und ehemalige Trainer von Sm’Aesch Pfeffingen die Schweizer Volleyballerinnen an der Universiade. Das Kader aus lauter Studentinnen und Schülerinnen ist praktisch identisch mit dem regulären Nationalteam.

Für die jungen Akteurinnen ist dieser Anlass, der in Sachen Athleten- und Betreueranzahl grösser daherkommt als Olympische Spiele, ein unvergessliches und gigantisches Erlebnis. Nicht nur mit dabei, sondern zusammen mit Laura Künzler als Team-Leaderin glänzt Sm’Aesch Pfeffingens Diagonalangreiferin Maja Storck.

Und die Sportklassen-Absolventin des Gymnasiums hat neben den Volleyballspielen in der Millionenmetropole schon so einiges erlebt: «An der pompösen Eröffnungsfeier warteten wir Athleten bis zu sechs Stunden auf den Einmarsch ins Stadion, sassen rund zwei Stunden auf dem Rasen und mussten danach wieder zwei Stunden ausharren, bis wir zurück ins Athletendorf gebracht wurden. Da ist Stehvermögen gefragt. Was im TV so toll aussieht, war für uns äusserst strapaziös, aber nichtsdestotrotz ein Riesenerlebnis», sagt die talentierte Münchensteinerin begeistert.

Erfolgreicher Turnierstart

Der offensichtlich ziemlich anstrengende Anlass scheint den Schweizer Volleybal-
lerinnen absolut nicht geschadet zu haben, ganz im Gegenteil. Unter der Regie von Storck, die selber 22 Punkte verbuchte, und Künzler (18 Punkte), die ehemalige Topskorerin von SmAesch-Pfeffingen, die ab nächster Saison in der deutschen Bundesliga bei den Roten Raben Vilsbiburg spielt, bezwangen die Schweizerinnen nach verlorenem ersten Satz Kanada letztlich deutlich mit 3:1 (22:25, 25:15, 25:20, 25:12).

Storck (Bildmitte) motiviert ihre Mitspielerinnen.

Storck (Bildmitte) motiviert ihre Mitspielerinnen.

Im zweiten Gruppenspiel stockte dann der Motor der Eidgenossinnen etwas und nach einem ewigen Leistungs-Auf und -Ab zog man gegen Argentinien im Tie-Break beim 2:3 (25:14, 9:25, 18:25, 26:24 und 8:15) knapp den Kürzeren. Im letzten Spiel der Gruppe B waren dann die kräftigen und grossgewachsenen Volleyballerinnen aus der Ukraine nicht besser, aber glücklicher und entschieden eine sehr ausgeglichene Partie mit 3:1 (18:25, 27:25, 25:18, 25:23) knapp zu ihren Gunsten.

Fast unglaubliche Dimensionen

Apropos Spieltage: Trainer Lippuner und sein Assistent Jochen Schreier haben gerade in dieser Beziehung viel Spannendes zu erzählen. «Das Leben im Dorf mit über 13 000 Athleten und Tausenden von Helfern ist einzigartig. Die Reise durch die Millionenstadt zu den Hallen, die je nach Verkehr in 30 oder 120 Minuten zu erreichen sind, ist schon ganz speziell. Man würde also in schweizerischen Verhältnissen in Basel wohnen, am Vormittag in Winterthur trainieren, nach Basel zurückfahren und am Abend in Fribourg spielen. Und dies alles in altmodisch dekorierten, aber hochmodernen Bussen mit Polizei-Eskorte.»

Dazu machen die heissen und tropisch feuchten Wetterverhältnisse nicht nur den Sportlerinnen zu schaffen. Das Ziel von Trainer und Mannschaft ist es, an der Universiade 2017 in die Top Ten zu kommen. Dieses Ziel ist nach den Gruppenspielen und dem dritten Rang in Reichweite, spielt doch das Universiade-Team seit Freitag um die Plätze 9 bis 16.
Neben Storck und Künzler dürfen auch Zora Widmer, Linda Kronenberg, Gabi Schottroff, Martina Halter, Tabea Dalliard, Sarah Trösch, Julie Lengweiler, Meline Pierret, Thays Deprati und Samira Sulser diese unglaublich tollen Erfahrungen in der nächsten Woche wieder mit in die Schweiz nehmen.