FC Basel

Marcel Koller muss in Thun auf die Tribüne: So sieht der Plan des gesperrten Trainers aus

Cheftrainer Marcel Koller ist in Thun gesperrt. Seine Assistenten Thomas Janeschitz und Carlos Bernegger (Bildhintergrund) müssen in die Bresche springen.

Cheftrainer Marcel Koller ist in Thun gesperrt. Seine Assistenten Thomas Janeschitz und Carlos Bernegger (Bildhintergrund) müssen in die Bresche springen.

Für seine verbale Entgleisung im Spiel gegen Lugano wurde FCB-Trainer Marcel Koller für ein Spiel gesperrt. Der versteht diese Entscheidung zwar nicht, hat aber schon einen Plan, wie sein FCB am Samstag in Thun den vierten Sieg in Serie holt.

FCB-Trainer Marcel Koller ist nicht begeistert über den Umgang mit ihm. Nachdem er von Schiedsrichter Fedayi San vergangenen Sonntag wegen «wiederholtem Reklamieren» – so heisst es offiziell – auf die Tribüne geschickt wurde, sperrte ihn die Liga am Montag für ein Spiel.

Das bedeutet: Koller darf gegen Thun mit dem Eintreffen der Mannschaft am Stadion keinen Kontakt mehr zu seinen Spielern und zu seinen Assistenztrainern haben. Erst nach dem Abpfiff endet die Verbannung. Koller ärgert vor allem, dass die Liga einfach so entschieden hat: «Ich verstehe das Ausmass nicht ganz. Ich bin niemandem an die Gurgel gegangen oder habe jemanden umgegrätscht. Ich habe lediglich Emotionen gezeigt. Wenn das im Fussball nicht mehr erlaubt ist, weiss ich auch nicht weiter.»

Koller wäre vor allem gerne vor der Entscheidung der Liga angehört worden, um seine Sichtweise darzulegen. «Doch das kann man in der Schweiz offenbar erst, wenn Rekurs eingelegt wird.» Auf diesen verzichtete der FCB, da die Erfolgsaussichten gering waren.

In Bochum doch nicht gesperrt

Bereits zu seiner Zeit in Bochum wurde Koller einmal gesperrt. «Damals habe ich meinen eigenen Spieler angeschrien. Der Schiedsrichter dachte aber, es ginge gegen den Assistenten.» Durch die Anhörung wurde das Missverständnis ausgeräumt und Koller schlussendlich doch nicht gesperrt. Deswegen sitzt er am kommenden Samstag erstmals in seiner Trainer-Karriere eine Sperre ab.

Obwohl Koller mit Thomas Janeschitz und Carlos Bernegger über «zwei Super-Co-Trainer» verfügt, spricht der Chefcoach von einem «rechten Einschnitt», den die Sperre für den FCB nach sich zieht. Das Gefühl vor dem Anpfiff in der Kabine, die letzten Worte, die Zuteilung bei Standards, wenn die gegnerische Aufstellung eine Stunde vor dem Spiel rauskommt. Und natürlich die taktischen und personellen Änderungen während der 90 Minuten. Auf all das hat Koller am Samstagabend keinen Einfluss. 

Bestimmte Szenarien, wie beispielsweise bei Rückstand oder Unterzahl reagiert werden sollte, ist Koller mit seinen Assistenten nicht durchgegangen. «Das kann man nicht vorstellig planen. Ich habe vollstes Vertrauen in die beiden», sagt Koller.

Thun steht zu recht da oben

Thun hat als Tabellenfünfter nur vier Punkte weniger als Basel. Der FCB darf diesen Gegner nicht unterschätzen, will er am Wochenende den vierten Sieg in Folge einfahren. «Das ist kein grosser Name, aber eine gute Mannschaft. Sie haben technisch hervorragende und schnelle Spieler und setzen ihr Spiel-System konsequent um. Deswegen ist Thun zurecht da oben mit dabei und ein ernst zu nehmender Gegner», sagt Koller. Dazu kommt, dass in der Stockhornarena auf Kunstrasen gespielt wird.

Koller plant auch im Berner Oberland, auf seine Erfolgs-Stammelf zu setzen. Das bedeutet auch, dass Taulant Xhaka bis auf Weiteres Innenverteidiger ist. «Mit seiner Bissigkeit ist er auf dieser Position ebenso ein Gewinn, wie Eder Balanta uns im Mittelfeld mit seiner Präsenz sehr gut tut.»

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