1. Auch die zweite FCB-Garde kann siegen

Eine solche Rotation gab es unter Marcel Koller in der Liga bislang noch nicht. Gleich fünf Änderungen nahm der FCB-Trainer gegen Xamax vor. Mit Valentin Stocker, Samuele Campo, Yves Kaiser, Albian Ajeti und Zdravko Kuzmanovic rutschten Spieler in die Startelf, die 2019 bislang nur die Reservistenrolle innehatten. 

Die zweite Garde nutzte ihre Chance. Stocker wirbelte gemeinsam mit Noah Okafor, der zuletzt ebenfalls öfter von der Bank kam, in der Offensive. Beide erzielten ein Tor. Kuzmanovic initiierte jeden Angriff. Kaiser hatte zwar körperliche Nachteile gegen den 1,98-Meter grossen Xamax-Sturmtank Kemal Ademi, gewann aber trotzdem bis auf wenige Ausnahmen die meisten Zweikämpfe und auch Samuele Campo war an vielen guten Offensivaktionen der Basler beteiligt. 

Im Cupviertelfinal am Mittwoch gegen Sion werden einige von ihnen wieder ins zweite Glied rücken, doch Marcel Koller kann sich auf eine hochmotivierte Bank freuen. Das Selbstvertrauen der Reservisten ist dank der guten Leistung gross. Gut möglich, dass sie das Spiel am Ende entscheiden werden. Vor allem, da es im Cup auch über 120 Minuten gehen kann.

Die Highlights vom Sieg gegen Xamax im Video:

Xamax-FCB Matchhighlights

   

2. Kollers wichtigste Personal-Rochade kommt jetzt erst

Bislang hatte Marcel Koller mit seinen Aufstellungen vor richtungsweisenden Spielen wenig Glück. Campo und Okafor auf dem Flügel und Ajeti auf der Bank endeten mit dem Europa-League-Quali-Out gegen Limassol. Mit Pululu statt Zuffi hagelte es gegen YB ein 1:7.

Gegen Neuchâtel wagte der sonst eher konservativ wechselnde FCB-Coach wieder einmal etwas und wurde belohnt. Doch damit wird die Aufgabe für Koller nur noch schwieriger, sich für die richtigen Elf gegen Sion zu entscheiden.

Denn erst, wenn der FCB das vorerst wichtigste Spiel der Saison gewinnt, ist Marcel Kollers Personalrochade aufgegangen. Der Sieg gegen Xamax ist nur ein Teilziel, von Kollers Rotationsplan. Denn, wenn der FCB aus dem Cup ausscheidet, ist die verkorkste Saison eigentlich schon gelaufen.

3. Zdravko Kuzmanovic spielt wenn möglich hoch

Zdravko Kuzmanovic spielt am liebsten hoch und weit.

Zdravko Kuzmanovic spielt am liebsten hoch und weit.


FCB-Mittelfeldspieler Zdravko Kuzmanovic ist ein spezieller Typ. "Make money not friends", lautet sein Leit-Spruch auf Instagram. Viele Fans nehmen es ihm übel, dass er für sein fürstliches Salär beim FCB seit seiner Rückkehr nur wenig geleistet hat. Doch 2019 sieht es bislang so aus, als würde Kuzmanovic die Kurve kriegen. 

Marcel Koller nennt ihn "einen geilen Kicker" und setzt immer öfter auf den 31-Jährigen. Wenn Kuzmanovic spielt, sucht er immer den entscheidenden Pass und der muss - so sieht es zumindest der Serbe - hoch gespielt werden. Gegen Xamax haben wir uns den Spass erlaubt und seine Pässe genauer betrachtet: 19 von 44 Anspielen waren hoch gespielt.

Dass keiner seiner langen Bälle zu einem Tor führte, hielt den Kuzmanovic nicht davon ab, es immer wieder zu probieren. Auch Marcel Kollers mahnende Gesten am Spielfeldrand, doch lieber den flachen Weg zu probieren, halfen nichts.