Tennis
Marco Chiudinelli: «Ich rechne Ende des Jahres ab»

Seit zehn Jahren gehört Marco Chiudinelli zum Schweizer Davis-Cup-Team. Zum 19. Mal ist er nun in Genf dabei. Vor acht Jahren war er gar die Schweizer Nummer eins, Roger Federer fehlte und Stan Wawrinka verletzte sich am Tag vor dem ersten Match.

Michael Wehrle
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Marco Chiudinelli (links) diskutiert vor der Partie gegen Holland mit Davis Cup Teamchef Severin Lüthi.

Marco Chiudinelli (links) diskutiert vor der Partie gegen Holland mit Davis Cup Teamchef Severin Lüthi.

Keystone

Chiudinelli schlug im ersten Einzel den Spanier Fernando Verdasco, unterlag im Doppel im fünften Satz 10:12, die Schweizer verloren 2:3. Vor zwei Jahren schrieb er mit Stan Wawrinka Geschichte. Im längsten Doppel der Welt unterlagen sie nach über sieben Stunden den Tschechen Tomas Berdych und Lukas Rosol.

Und im vergangenen Jahr half er in Serbien an der Seite von Michael Lammer mit dem Doppelsieg kräftig mit, dass die Schweiz Ende des Jahres erstmals den Davis-Cup gewann. Danach musste er sich am Ellbogen operieren lassen, erst Mitte Mai kehrte der 34-Jährige auf die Tour zurück. «Mal gehts besser, mal schlechter», schilderte er seine Probleme mit dem operierten Ellbogen. Probleme habe er meist im Training, ganz selten im Match.

Von seinem Ellbogen hängt auch ab, ob er im nächsten Jahr noch eine Saison dran hängt. «Ich rechne Ende des Jahres ab», erklärt er. Lust habe er noch, aber es müsse Sinn machen. «Das Feuer ist da, ich habs auch nicht verlernt», betont er. Im Moment liegt er auf Platz 352 der Welt. «Aber ich habe ja nur eine halbe Saison», erklärt er. Wenn er zum Jahresende die Resultate für eine ganze Saison hochrechne und auf ein Ranking um 150 komme, dann mache er weiter. Immer vorausgesetzt, er spiele die nächsten Wochen so, dass es ihm Spass mache, dass er kaum Schmerzen verspüre.

Doch jetzt geniesst er den Davis-Cup, auch wenn er sagt: «Für mich alleine hätte ich besser zwei Turniere gespielt und Punkte gesammelt.» Aber er stehe zu diesem Team und wolle dabei sein, wann immer es gehe. Und am liebsten will er natürlich noch etwas Zählbares beisteuern. Vielleicht am Samstag im Doppel an der Seite von Roger Federer oder Stan Wawrinka.