Mario Dolder, Ist der Selektionsentscheid für Sie nachvollziehbar?

Mario Dolder: Ich akzeptiere ihn selbstverständlich, aber er ist nur schwer nachvollziehbar. Es ging darum, die besten fünf Schweizer Biathleten für Sotschi zu selektionieren. Und ich bin der Meinung, dass ich zu diesen besten fünf gehöre. Man hat jetzt aber entschieden, neben den vier gesetzten Athleten als Fünften den Läufer mitzunehmen, der als Mitglied der damaligen Schweizer Staffel diese Selektion für das Team erreicht hatte. Grundsätzlich hätte ich es in den eigenen Händen gehabt, mich als Einzelathlet zu selektionieren. Das habe ich nicht geschafft.

Wieso hat es nicht geklappt?

Es gibt keinen einzelnen Grund für das Verpassen der Selektion. Ich fühlte mich sehr gut vorbereitet auf die Olympiasaison. Angefangen haben die Probleme im November mit den missglückten Testläufen, bei denen ich den Sprung ins Weltcupteam nicht geschafft hatte. Danach erlebte ich nie den perfekten Tag, den es für ein Top-25-Resultat im Weltcup braucht. Einmal klappte es am Schiessstand nicht, das andere Mal in der Loipe. Es sind letztlich die kleinen Dinge, die entscheiden. Die Idee war, diesen perfekten Tag in Sotschi zu zeigen.

Welche Konsequenzen hat die Nichtselektion für Ihre Zukunft?

Ich habe jetzt drei Tage zu Hause für mich gebraucht, um mich zu sammeln. Es gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Diese Verarbeitungsphase habe ich jetzt abgeschlossen. Jetzt hat für mich der Zyklus für die nächsten Olympischen Spiele von 2018 begonnen. Als erstes Ziel wartet die U26-EM von nächster Woche. Es ist die Meisterschaft der zweiten Garde, die es nicht nach Sotschi geschafft hat. Ich kann dort ohne Druck laufen und hoffentlich mein Potenzial beweisen.