Biathlon
Mario Dolder nimmt die Saison mit neuem Fokus in Angriff

Mario Dolder hat aus dem missglückten Olympiawinter seine Lehren gezogen. Der Zeglinger startet am nächsten Wochenende deshalb zuversichtlich in die neue Saison.

Simon Steiner
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Mario Dolder sieht der neuen Saison entspannt entgegen.

Mario Dolder sieht der neuen Saison entspannt entgegen.

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Vor der Abreise in den hohen Norden gönnte sich Mario Dolder bewusst drei Tage Ferien, um sich zu entspannen. Er wollte nicht den gleichen Fehler machen wie im letzten Jahr. Damals zog er sein Trainingsprogramm ab Mitte September bis zum Saisonstart voll durch – mit dem Resultat, dass ihm bereits im Dezember die nötige Frische fehlte. «Ich habe den Fokus zu wenig auf die Regeneration gerichtet», blickt Dolder zurück, der in der Folge die angestrebte Olympiaselektion verpasste und die ganze Saison nicht wie gewünscht auf Touren kam.

Bereits seit einer Woche in Norwegen

Seit einer Woche befindet sich der 24-jährige Oberbaselbieter nun in Skandinavien. Im norwegischen Beitostölen holt sich Dolder im Trainingslager mit dem Nationalteam auf Schnee den letzten Schliff für die ersten Rennen. In der kommenden Woche kommt es zudem zur teaminternen Ausmarchung um die Plätze im Weltcupteam. In diesen Tagen entscheiden die Trainer, welcher Athlet neben Teamleader Benjamin Weger und zwei Frauen am Sonntag im schwedischen Östersund die Mixed-Staffel zu Weltcup-Auftakt bestreiten wird.

Für den Rest des Teams geht es in einem Testwettkampf am Dienstag sowie bei den Europacup-Rennen am Wochenende in Beitostölen darum, wer die Equipe für die ersten Einzel-Weltcups in Östersund komplettiert und wer vorerst auf der zweithöchsten Rennstufe zum Einsatz kommt.

«Die Leistungsdichte im Männerteam ist gross», sagt Dolder. Neun Athleten kämpfen um einen der vier Startplätze im Weltcup. Trotz des Rücktritts von Simon Hallenbarter hat die interne Konkurrenz noch zugenommen, nachdem mit Martin Jäger und Eligius Tambornino zwei Athleten vom Langlauf ins Biathlon-Lager gewechselt haben. Die beiden Quereinsteiger gehören zwar (noch) keinem Kader an, konnten die Saisonvorbereitung jedoch auf eigenen Kosten mit der Mannschaft bestreiten. Für Dolder eine gute Lösung: «Die beiden haben eine neue Dynamik ins Team gebracht.»

Weltcup-Start als Ziel

Natürlich hofft Dolder, sich gleich zu Beginn der Saison für den Weltcup aufdrängen zu können. «Meine Chancen sind sicher intakt», sagt er. Dass die körperliche Verfassung stimmt, zeigte sich bereits bei den standardisierten Leistungstests im Oktober, wo er im Vergleich mit dem Vorjahr erfreuliche Werte erreichte. Dies, nachdem er das Sommertraining wunschgemäss durchziehen konnte. «Ich bin gesund geblieben und konnte meinen Trainingsumfang sogar noch deutlich steigern, obwohl ich der Erholung mehr Beachtung geschenkt habe.»

Dabei blieb noch Zeit, um auch im Studium einen Schritt weiterzukommen. Im August legte der angehende Bauingenieur an der ETH die Zwischenprüfungen ab und hat nun trotz Spitzensport innerhalb von zwei Jahren das erste Studienjahr erfolgreich absolviert. «Ich möchte im gleichen Rhythmus weiterfahren.»

Seine sportlichen Ziele geht Dolder gelassener an als im letzten Winter, als er sich durch den immer näher rückenden Selektionstermin für die Olympischen Spiele zu sehr unter Druck setzen liess und seine Qualitäten nach den ersten Rückschlägen erst recht nicht mehr ausspielen konnte. Obwohl mit den Weltmeisterschaften im März im finnischen Kontiolahti erneut ein Grossanlass ansteht, steht für Dolder in dieser Saison die Rückkehr ins A-Kader im Vordergrund. Nach den Vorgaben des Verbandes braucht er dazu zwei Weltcupklassierungen unter den besten 30. Dies muss er nicht gleich im ersten Rennen schaffen: «Mir bleibt ein ganzer Winter Zeit.»