Fussball
Marko Bicvic: Das Stehaufmännchen vor dem grossen Sprung nach oben

Marko Bicvic gehört zu den «Veteranen» in der U21 des FC Basel. Schon zweimal stand er kurz Aufstieg nach ganz oben. Klar ist: Der Durchbruch bei den «Grossen» scheint aber nur noch eine Frage der Zeit.

nicolas lurati
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Marko Bicvic

Marko Bicvic

Solothurner Zeitung

Ist Marko Bicvic nun Innenverteidiger oder offensiver Mittelfeldspieler? Das mag sich wohl manch einer gefragt haben als der U21-Akteur des FCB im Frühjahr 2010, mit der klaren Absicht als Mann fürs Abwehrzentrum, ins Trainingslager des Fanionteams eingeladen wurde. Thorsten Fink wollte den damals 18-Jährigen unbedingt in der Innenverteidigung sehen und ihn in die erste Mannschaft einbauen. Und das, obwohl Bicvic ein gelernter Spieler für das zentrale Mittelfeld mit Tendenz nach vorne ist.

«Das Experiment Abwehr klappte jedoch nicht und ich wurde wieder in den Nachwuchs geschickt», so Bicvic. «Meine Qualitäten liegen nun mal einfach mehr im Spiel nach vorne als in der Defensive.» Die Enttäuschung bei Bicvic war zwar zunächst gross, doch der vermeintliche Schritt zurück entpuppte sich karrieretechnisch als absoluter Fortschritt. Bicvic spielte nun wieder auf seiner Lieblingsposition als Zehner und war mit 12 Treffern ein absoluter Leistungsträger in der 1.-Liga-Equipe von Rotblau.

Deal klappte im letzen Moment nicht

Dank diesen starken Leistungen war der mittlerweile 20-Jährige in diesem Sommer also ein gefragter Mann. Doch irgendwie erlebte der gebürtige Kroate ein Déjà-vu-Erlebnis: Wie anfangs 2010 ergab sich erneut die Möglichkeit, einen grossen Schritt auf der Karriereleiter hinaufklettern, denn Bundesligist FSV Mainz signalisierte deutliches Interesse. Zudem meldete sich auch noch Leicester City aus der zweithöchsten englischen Liga bei Bicvic. «Mainz genoss jedoch Priorität», sagt Bicvic.

«Sie bemühten sich wirklich um mich und ich hatte auch schon ein Gespräch mit Trainer Thomas Tuchel.» Tatsächlich war schon fast alles fix, als der Deal im letzten Moment doch noch scheiterte. Der wirkliche Grund dafür wurde Bicvic nicht kommuniziert: «Es ist mir bis heute ein Rätsel, wieso es nicht geklappt hat.» Herrschte nun wegen des geplatzten Transfers Desillusion bei Bicvic? Auf dem Platz auf jeden Fall nicht. Ganz im Gegenteil: In der aktuellen Hinrunde brillierte Bicvic wieder wie damals nach dem gescheiterten Gastspiel im «Eins» und war einer der Leader in der U21 des FCB.

Möglichkeiten gibt es viele

Doch wie lange wird Bicvic noch im Farmteam des Super-League-Leaders agieren? In der Winterpause werden die Diskussionen um seine Person zweifelsohne in eine neue Runde gehen. Möglichkeiten gibt es auf jeden Fall einige: Ausleihe an einen anderen Verein der höchsten Schweizer Spielklasse, Wechsel ins Ausland. Oder ergibt sich für Bicvic gar die Chance, einen der begehrten Kaderplätze in der ersten Mannschaft des FCB zu ergattern? Allzu lange wird er sich in der U21 wohl kaum mehr aufhalten, denn mit seinen 20 Lenzen gehört er – tönt zwar paradox, ist aber so – bereits zum alten Eisen. «Ich will auf jeden Fall den nächsten Schritt machen.»