Als Massimo Colomba vor knapp einem Jahr auf die Geschäftsstelle des FC Basel ging, hatte er im Sinn, seinen Vertrag als Ersatzgoalie zu verlängern. Doch dann unterbreitete die sportliche Leitung dem gebürtigen Fribourger das Angebot, das Amt des Goalietrainers vom scheidenden Romain Crevoisier zu übernehmen. Einmal hat Colomba leer geschluckt, dann ohne zu zögern Ja gesagt. «Ich wäre bescheuert gewesen, es nicht zu machen», sagt er heute.

2009 kam Colomba von GC zum FCB. Im Tausch mit Yann Sommer, der damals für eine Saison leihweise nach Zürich wechselte. Ab 2010 waren die beiden Konkurrenten, bis im letzten Sommer. Wobei, ein wirklicher Konkurrenzkampf herrschte zwischen Colomba und Sommer nie. «Ich habe meine Rolle als Ersatzgoalie vollends akzeptiert. Ich verstand mich schon immer als Helfer für Yann.» Ähnlich gestaltet sich die Beziehung auch jetzt, wo Colomba Sommers Chef ist. «Ja, ich habe die Verantwortung für ihn. Aber Yann ist so komplett, da geht es in den Analysen stets nur um Details.»

Professionelle Distanz trotz Nähe

Mit Sommer verbindet ihn eine Freundschaft. «Wie könnte es anders sein? Er ist ein Mensch, den man einfach gern haben muss», sagt Colomba. Trotzdem: Hat ihm etwas nicht gefallen, sagt er es Sommer ohne zu zögern ins Gesicht. «Ich spüre, dass er mir vertraut. Solange ich gut vorbereitet bin, nimmt er die Kritik an.»

In seiner 15-jährigen Profikarriere hat sich Colomba immer wieder Dinge von seinen Goalietrainern abgeschaut, die er nun in seine Übungen einfliessen lässt. Weitere Eindrücke hat er mittels Stages in Wolfsburg und Dortmund gesammelt. «Ich habe meine Ideen, wie ein Goalie funktionieren sollte. Aber es ist sehr hilfreich, sich regelmässig mit anderen Goalietrainern auszutauschen.» Eine Menge schaut er sich auch bei Italiens Nationaltorhüter Gianluigi Buffon ab. «Er ist aggressiv gegen den Ball und hat nicht nur Einfluss aufs Spiel, indem er Gegentore verhindert. Ein moderner Goalie nimmt auch in der Angriffsauslösung eine sehr wichtige Rolle ein», weiss Colomba.