Massimo Colomba, wie weit ist Djordje Nikolic in seiner Entwicklung?

Djordje arbeitet im Training gut und macht täglich Fortschritte. Aber er hat noch einen langen Weg vor sich. Man darf nicht vergessen, dass er sehr jung ist. Djordje ist Jahrgang 1997 und in ein neues Land gekommen. Jeder braucht eine gewisse Angewöhnungszeit. An die Kultur, das Land, die Sprache, aber auch an die entsprechende Fussballphilosophie.

Massimo Colomba ist heute als Goalietrainer beim FC Basel tätig.

      

Woran muss er noch besonders arbeiten?

Vor allem im Spielaufbau muss er lernen, sich schneller und besser zu entscheiden. Er war es sich bei seinem alten Verein nicht gewohnt, so zu spielen, wie wir spielen. Bei uns ist der Torwart stärker involviert im Spielaufbau. Zuvor hat er sehr vertikal gespielt. Die Philosophie lautete: Der Goalie ist da, um die Bälle zu halten − und finito. Aber bei uns ist der Keeper der erste Feldspieler. Die Technik dazu hat Djordje, die Basis ist vorhanden. Jetzt muss er es jedoch im Spiel umsetzen. Auch als Persönlichkeit muss er sich noch entwickeln. Er hat eine gute Grundlage, aber noch viel Arbeit vor sich.

Wie schlimm ist es für ihn, dass er im Nachwuchs nicht eingesetzt werden kann?

Es ist nicht einfach für ihn. Doch er hat sehr gut reagiert und ist sehr positiv geblieben. Er profitiert auch sehr von den Trainings mit der ersten Mannschaft und hatte wenigstens noch ein paar Einsätze in Freundschaftsspielen oder mit der U20-Nationalmannschaft von Serbien. Aber natürlich sollte er regelmässiger zu Einsätzen kommen, um sich zu entwickeln.

Was für ein Typ ist Nikolic?

Djordje ist ein sehr ruhiger und aufgestellter Mensch. Alles ist neu für ihn und er braucht Geduld. Vielleicht macht er sich selber mehr Druck, als wir auf ihn ausüben. Doch er hat einen Vierjahresvertrag unterschrieben und viel Zeit.