Springreiten

Mathias Löchner ist am CSI verantwortlich für die Heiligtümer der Reiter

Mathias Löchner schützt die teuren Tiere aus Leidenschaft. Carlo Stuppia

Mathias Löchner schützt die teuren Tiere aus Leidenschaft. Carlo Stuppia

Beim CSI Basel ist Mathias Löchner der Chief Steward und ist rund um die Uhr zuständig für das Wohlbefinden und die Sicherheit der Pferde. Eine Aufgabe mit grosser Verantwortung: Der Wert aller Pferde beträgt weiter über 100 Millionen Franken.

«23 Stunden und 58 Minuten am Tag bin ich mit meinen vier Kollegen hier für die Pferde verantwortlich», erzählt Mathias Löchner. Nur wenn die Reiter ihren Parcours in der St. Jakobshalle absolvieren, haben die Stewards nichts zu melden.

Sicherheit im Vordergrund

«Wir überwachen den Stall und den Abreitplatz», bringt Löchner seine Aufgaben kurz auf den Punkt. Im Stall steht die Sicherheit im Vordergrund. «Rund zehn Mann und eine Hundestaffel sorgen dafür, dass keine Unbefugten in die Zelte auf dem Parkplatz rund um die Halle kommen. Der Stall ist Sicherheitszone eins. Der Zutritt ist im Prinzip nur Reitern, Pflegern und Besitzern gestattet.»

Beschützer der teuren Tiere

«Rund 300 Pferde stehen dort, der Wert beträgt weit über 100 Millionen Franken», macht Löchner deutlich, was auf dem Spiel steht. Es geht unter anderem darum, dass niemand den Tieren unerlaubte Medikamente unterjubelt. Löchner nimmt aber auch die Berechtigten im Stall genau unter die Lupe. Und wenn einer die Tiere nicht so behandelt wie es sein sollte, dann zückt Löchner die Gelbe Karte wie ein Fussballschiedsrichter. Die Karte hat genau dieselbe Bedeutung, der Sünder wird verwarnt. Quält aber ein Reiter sein Ross, so droht rot und damit ein Ausschluss. «Das ist in den vergangenen Jahren aber viel besser geworden», weiss Löchner. Die Reiter sind sensibilisiert, dass Misshandlungen der Tiere nicht mehr ankommen. «Sie wissen natürlich auch, dass ihr Sport Sponsoren braucht und achten sehr auf sauberen Sport», resümiert Löchner und erzählt, dass er inzwischen auch schon mal die Unterstützung anderer Reiter erhält, wenn er einen Kollegen verwarnt.

Liebe zum Sport

«Es braucht eine gewisse Zeit, aber wenn man mal akzeptiert ist, dann nehmen die Reiter auch an, was man sagt», erklärt Löchner. Ihn kennen die Sportler, acht internationale Turniere betreut er im Jahr. Vor wenigen Monaten erhielt er eine Art Ritterschlag, er war bei den Olympischen Spielen in London dabei, mit den entsprechend erfüllten Prüfungen. Löchner ist auch Richter und Richterausbildner.

Eine Sache des Menschenverstands

Etwas weniger streng sind die Vorschriften auf dem Abreitlatz. «Dort habe ich vor kurzem einen erwischt, der ohne Helm ritt, das ist seit 1. Januar Pflicht», erzählt Löchner. «Versprich mir, dass du nicht runterfällst», habe er ihm zugerufen, nachdem der Reiter ihn gebeten hatte, fertig reiten zu dürfen. «Es ist eine Sache des gesunden Menschenverstandes», sagt Löchner, der bei seinem Hobby nicht reich wird. «150 Franken pro Tag gibt es, mindestens zwölf Stunden bin ich dafür im Einsatz», erzählt er. «Es braucht die Liebe zum Sport», erläutert der 54-jährige Hobbyreiter, der sein Geld im Fleischhandel verdient.

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