Michael Gschwind, der letztlich Zweiter wurde, war nach dem Schlussgang ganz und gar nicht zufrieden. Er bemängelte zum einen die defensive Kampfart von Andreas Henzer (3.), war auf der andern Seite aber vielmehr aufgebracht über den Entscheid des Kampfgerichts, nur die Note 8,75 zu schreiben.

«Das verstehe ich nicht», war einer seiner Kommentare. Auch sein Trainer Ernst Maurer äusserte sich erstaunt. «Ich hätte die notwendigen neun Punkte geschrieben», sagte der Leimentaler, welcher beifügte, dass sich das Kampfrichtertrio bei einem solchen Entscheid ja wirklich nichts vergeben hätte.

Nüchterne Analyse

Dennoch: In den ersten Minuten nach der finalen Partie gab es auch nüchterne Analysen. OK-Präsident Markus Kurz: «Die Note im Schlussgang war korrekt, umso mehr diese zehn Minuten ja wirklich ereignislos und ganz und gar nicht berauschend waren».

Einen Athleten störten die Augenblicke nach dem Ende des Festes wenig: Matthias Graber. Der Sissacher Turnerschwinger freute sich über seinen ersten Schwingfestsieg sichtbar. «Ich hätte nie und nimmer mit einem solchen Festausgang gerechnet», sagte Graber, welcher «super zufrieden» war.

«Das gibt mir jetzt Motivation und Selbstvertrauen für die kommenden Kranzfeste, zumal ich heute keine einfachen Gegner hatte.» In der Tat: Er hatte es mit vier Kranzern zu tun, darunter die beiden Asse Michael Gschwind und Andreas Henzer.

Henryc Thönens Comeback

Zufrieden mit seinem Rang 2b im Waldenburgertal war der Basler Henryc Thönen. Dieser bestritt nach langer Kreuzbandverletzung am rechten Knie erstmals wieder ein Fest. «Es ist heute gut gegangen, meine Verletzung ist ausgeheilt», analysierte der gelernte Kaufmann und angehende Fleischfachmann.

Als sechsfacher Kranzer sieht er den nächsten Festen sehr optimistisch entgegen. «Ich will in erster Linie unfallfrei durchkommen und in naher Zukunft natürlich am Baselstädtischen Schwingertag Erfolg haben. Dass ich am Eidgenössischen auch dabei sein möchte, versteht sich von selbst.»

Das Fest bot auch Jungschwingern Gelegenheit, sich drei Tage vor dem «Nordwestschweizerischen» zu profilieren. Dario Christ (Gempen) und Janic Voggensperger (Schönenbuch) holten mit 59,25 bei sechs Siegen in den Kategorien 2003–2005 beziehungsweise 1998–1999 den Sieg mit hohen Werten.

Den dritten Kategorienerfolg buchte Adrian Odermatt (Liesberg) in der Klasse 2000–2002, der aufgrund eines Remis im Schlussgang ganz nach vorne rücken durfte.