Fechten
Max Heinzer blickt voller Selbstvertrauen auf die Saisonhöhepunkte

In Tallinn feierte der 25-Jährige von der Fechtgesellschaft Basel bereits den fünften Turniersieg im Weltcup seiner Karriere feierte. Damit egalisierte Heinzer die bisherige Bestmarke von Olympiasieger Marcel Fischer.

Richard Stoffel, SI
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Impressionen aus Max Heinzers Laufbahn
8 Bilder
An den Olympischen Spielen 2012 in London.
Am Superzehnkampf 2012.
Ganz rechts mit dem siegreichen Team an der EM 2012.
Nach dem Sieg am GP Bern 2012.
Nach einem Sieg mit dem Team an der WM 2011.
2007 in der Spitzensportler-RS mit Bundesrat Samuel Schmid.
2006 als Empfänger des Nachwuchspreises der Sporthilfe (Zweiter von links).

Impressionen aus Max Heinzers Laufbahn

Keystone

Nach nur einem Monat Unterbruch hievte sich der Athlet der Fechtgesellschaft Basel auf den Weltranglisten-Thron zurück. Das Glanzstück gelang Heinzer freilich mit seiner Halbfinal-Aufholjagd gegen den mit der früheren Schweizer Topfechterin Sophie Lamon (jetzt Managerin Spitzensport im Schweizer Verband) verheirateten Silvio Fernandez (34) aus Venezuela.

Grosses Kino war das, was Heinzer gegen einen seiner Vorgänger als Weltranglisten-Leader bot. In den letzten 30 Sekunden machte der Schweizer aus einem 8:14-Rückstand einen 15:14-Sieg. «Unglaublich», kommentierte Heinzer im Adrenalin-Rausch. «Ein solches Gefecht erlebt man nur alle 20 Jahre», betont Daniel Giger, der Schweizer Männer-Chef. Der zweifache Olympia-Medaillengewinner mit der Schweizer Mannschaft in den 1970er-Jahren war als Aktiver selbst noch mit über 40 aufs Weltcup-Podest geklettert.

Ein Wettkampftyp

Heinzer bezeichnet sich als «Achtung-fertig-los»-Typ. Sturm und Drang statt Handbremse. Heinzers Motto: keine Langeweile für den Zuschauer. Ausgeprägter Instinkt und eindrucksvolle Reflexe verhindern, dass er nicht ins offene Messer» läuft. «Diese imposante Aufholjagd gegen Silvio Fernandez demonstrierte, weshalb Max auch im Team als Schlussfechter so stark ist. Er ist auch im Teamwettbewerb der beste Fechter der Welt», ist Daniel Giger überzeugt. Am Sonntag bestätigten die von Heinzer angeführten Schweizer in Tallinn ihr Weltklasse-Format im Team mit Platz 2 hinter Frankreich.

In den nächsten Wochen will Heinzer im Weltcup nachlegen. Bereits am kommenden Wochenende geht es für ihn weiter in Vancouver. Danach folgt im April eine Verschnaufpause, ehe Anfang Mai der Weltcup im Einzel und Team in Paris im Programm steht. Beim Schweizer «Heimspiel» strebt Heinzer eine Woche danach am 12. Mai den Hattrick an. Danach folgt noch der Weltcup in Buenos Aires (Einzel und Team) von Ende Mai als EM-Generalprobe.

Die EM von Mitte Juni in Zagreb (voriges Jahr holte Heinzer Gold mit dem Team und seine zweite Einzel-EM-Bronzemedaille) und die WM im August in Budapest zählen ebenfalls für die Weltrangliste beziehungsweise den Gesamtweltcup. «Und den will ich gewinnen», so Heinzer zu seinem ultimativen Saisonziel.

Der Gewinn einer Einzel-WM-Medaille wie sie mit Bronze vor zwei Jahren Fabian Kauter, dem zweiten Schweizer Weltklasse-Fechter, holte, ist eine andere Herausforderung. Würde der Athlet des Fechtgesellschaft Basel dies schaffen, dürfte das Echo noch grösser ausfallen wie in der jüngeren Vergangenheit nach seinem bislang grössten Fang als Hobby-Fischer, einem über einen Meter langen Hecht.