Nein, die Gebrüder Bossart sind dem Volleyball nicht seit ihrer Kindheit verfallen. Zwar spielte ihr Vater Volleyball, doch sowohl Michael als auch Daniel Bossart suchten ihr Glück zuerst in anderen Sportarten. Michael spielte lange Zeit Fussball und Daniel Tennis, bevor sie doch noch zum Volleyball fanden. «Als erste hat unsere Schwester mit dem Volleyball angefangen. Michael wechselte mit 16 Jahren und ich gar erst im Alter von 18 Jahren», schaut Daniel Bossart zurück.

Michael und Daniel Bossart im Interview

Michael und Daniel Bossart im Interview



Aufgewachsen sind die Brüder in Riehen und dort haben sie auch ihre ersten Schritte auf dem Volleyballplatz gemacht, mit ihrem Vater im Seniorenteam. Doch im Laufe ihrer Karriere haben beide in der NLA gespielt und gehörten zu den besten Volleyballern der Schweiz.

Der sportliche Werdegang der Brüder verläuft zwar ähnlich, aber keineswegs parallel. «Als ich angefangen habe zu spielen, hat es mich sofort gepackt. Ich wollte besser werden, mein Ehrgeiz war geweckt. Daniel indes sah es zu Beginn mehr als ein Hobby an», erinnert sich Michael. So schaffte er auch zuerst den Sprung in die NLA und an internationale Wettkämpfe, beispielsweise die Universiade in Peking im Jahre 2001.

Mittlerweile hat sich das Blatt jedoch gewendet. Michael ist seit sechs Jahren Präsident von Volleyball Therwil und Spielertrainer des 1. Liga-Teams, während sein Bruder weiterhin auf höchstem Niveau, beim TV Schönenwerd, spielt.

Beide sind mit ihrer aktuellen Situation zufrieden. Michael, der in Basel lebt, ist Familienvater und arbeitet als Polizist. Daniel wohnt in Oensingen und ist Zugsverkehrsleiter in Olten. Er trainiert nach Möglichkeit sechsmal wöchentlich mit dem NLA-Team von Schönenwerd. Die beiden Brüder sehen sich zwar regelmässig, Daniel ist Pate von Michaels Sohn, dabei ist Volleyball aber nicht das Thema Nummer eins. «Natürlich sprechen wir auch über Volleyball. Es ist aber nicht so, dass wir uns extra treffen, um die Spiele zu analysieren», erzählt Daniel.

Sport als Lebensschule

Die Zwei sind sich einig, dass die Jugendförderung im Schweizer Volleyball an erster Stelle stehen muss. «Der Sport ist eine der besten Lebensschulen überhaupt. Man lernt mit den verschiedensten Situationen umzugehen», sind sie überzeugt. In all den Jahren, in denen sie den Nordwestschweizer Volleyball mitgeprägt haben, habe sich vor allem das Vereinsleben verändert. «Vor Jahren ging man extra früher ins Training, um das Netz aufzustellen. Heute ist man mehr auf sich fokussiert und will innerhalb des Vereins nur profitieren», sagt Michael Bossart. Sportlich hingegen hat das Spiel an Attraktivität gewonnen. «Die Strukturen im Verband stimmen. In Zukunft darf man hoffen, dass das Schweizer Volleyball sich noch mehr professionalisieren und damit an Niveau gewinnen wird», schliesst Daniel Bossart ab.