Super League
Mini-Lauf zur perfekten Zeit: Der FCB siegt gegen Schlusslicht Vaduz mit 2:0

Mit dem 2:0 in Vaduz gelingt dem FC Basel der dritte Sieg in Serie. Das vor einer Woche, in der zwei grosse Duelle anstehen. Am Mittwoch geht es gegen Meister YB und danach ist der FC St. Gallen zu Gast im St. Jakob-Park.

Céline Feller
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Marchand drischt den Ball gekonnt in die Maschen.
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Pululu und Kasami waren an beiden Toren beteiligt.
Mario Frick, ehemals Spieler des FC Basel, steht mit dem FC Vaduz mitten im Abstiegskampf.
Heinz Lindner hat einen ruhigen Abend.
Timm Klose dirigiert fleissig seine Vorderleute.
Schnee auf den Rängen im Rheinpark Stadion.
Yannick Marchand bejubelt seinen Treffer mit einem Luftsprung.
Kasami ist die Schaltzentrale des Basler Mittelfelds.
Ricky van Wolfswinkel mit der bisher besten Gelegenheit für den FCB.
Pajtim Kasami im Kopfballduell.
Silvan Widmer verteidigt gegen Coulibaly.
Pajtim Kasami wird von Wieser gefällt.
Der Schuss von Edon Zhegrova wird im letzten Moment geblockt.
Afimico Pululu lässt seinen Gegenspieler stehen.
Ein heisses Duell bisher. Yannick Marchand gegen Coulibaly.
Ricky van Wolfswinkel schirmt den Ball gegen Rahimi ab.
Eray Cömert spitzelt Gegenspieler Djokic den Ball weg.
Edon Zhegrova zeigt seine Schnelligkeit.

Marchand drischt den Ball gekonnt in die Maschen.

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Als Adrien Jaccottet kurz vor halb elf Uhr nachts das Spiel zwischen dem FC Basel und dem FC Vaduz beendet, da sieht alles ziemlich deutlich aus. Mit 2:0 gewinnt der FCB auswärts gegen das Tabellenschlusslicht, das 20 Minuten lang mit einem Mann weniger agieren musste und erst in der Nachspielzeit ein erstes Mal auf das Tor schiessen konnte. Ein ruhiger Abend, der den erst zweiten Auswärtssieg in dieser Saison einbringt – und vor allem den dritten Vollerfolg in Serie für den FCB. Endlich haben die Basler einen kleinen Lauf gestartet, kommen in eine Art Flow. Zu einem perfekten Zeitpunkt, stehen in den nächsten Tagen doch gleich die Duelle gegen YB und St. Gallen an. Aber so einfach, so eindeutig, wie die Partie in der Nachbetrachtung scheinen mag, war sie nicht.

Der FCB hat in der ersten Halbzeit Mühe, das auf den von Schnee umgebenen Rasen des Rheinpark-Stadions zu bringen, was man von einem Titel-Aspiranten erwarten darf. Tief ziehen sich die Basler zurück, agieren wenig druckvoll und noch ein bisschen weniger ideenreich. Die personellen Wechsel – Afimico Pululu für den angeschlagenen Valentin Stocker und Ricky van Wolfswinkel für den geschonten Arthur Cabral – zahlen sich noch nicht aus. Kreativität strahlt einzig Edon Zhegrova aus in der ersten Hälfte.

Lindner erhält den Vorzug - und bleibt vorerst im Tor

So ist die Personalie im Tor der Basler das interessanteste Thema in Durchgang eins. Denn obschon Djordje Nikolic tags zuvor von Trainer Ciriaco Sforza fit gemeldet wird, steht erneut Heinz Lindner zwischen den Pfosten. Die Nummer 2 statt der wiedergenesenen Nummer 1. Eine Hierarchieverschiebung? «Das hat nichts damit zu tun. Wir haben Heinz als Nummer 2 geholt, er spielt momentan aber sehr gut und konzentriert. Daher sehe ich keinen Grund, einen Goaliewechsel zu machen», erklärt Sforza und stellt gleich auch klar: «Wenn nichts passiert, gehe ich davon aus, dass Heinz auch die nächsten Spiele im Tor bleiben wird.»

In den zweiten 45 Minuten hat eben dieser Lindner dann zwar ähnlich wenig zu tun wie in den ersten, dafür schalten seine Kollegen ein paar Reihen weiter vorne einen Gang höher. Erst zeichnet Pajtim Kasami in der 47. Minute für den bis dato besten Basler Angriff verantwortlich, um dann in der 55. das erste Tor einzuleiten: Mit einem schönen Pass auf Ricky van Wolfswinkel öffnet er das Spiel, der Holländer schiebt zu Afimico Pululu, der nur noch einschieben muss. Die zwei neuen in der Startelf zahlen sich doch aus. Genau so wie der wieder ins Team rotierte Yannick Marchand. Während Pululu sein erstes Saison-Tor erzielt, gelingt Marchand sein erstes auf Profi-Ebene. Wieder ist Kasami Inititalpunkt, wieder hat Pululu seine Füsse im Spiel und kann einen Assist verbuchen. Es ist genug, um dieses Spiel zu gewinnen.

Während Sforza sich über immer besser werdende Konzentration und Organisation freut, beklagt sein Pendant Mario Frick, dass «das die Niederlage ist, die am meisten nervt in dieser Saison. Vor allem in der ersten Hälfte war es ein Duell auf Augenhöhe.» Ein Duell aber eben auch, in welchem dem FCB am Ende 20 gute Minuten reichen. So schliesst der FCB eine perfekte Woche ab. Drei Siege, zwei Mal zu Null und gar endlich wieder ein Auswärtssieg.

Burgener will die Mannschaft verstärken

Nun stehen noch drei Partien an, bis der FCB dieses schwierige Jahr sportlich abschliessen kann. Wirtschaftlich hat Präsident Bernhard Burgener bereits eine Bilanz für 2020 verkündet. Im «SonntagsBlick» sagt er: «Wir gehen davon aus, dass wir Ende Jahr eine schwarze Null schreiben werden.» Noch interessanter aber ist, was er im Ausblick auf 2021 verrät: «Wir planen in der Winterpause zu investieren und die Mannschaft punktuell zu verstärken.» Eine Kampfansage an die Konkurrenz aus Bern und St. Gallen, Tage bevor die beiden in Basel gastieren. Damit und mit dem Mini-Lauf im Rücken ist alles angerichtet für einen spannenden Schlussspurt.

Das Telegramm:

Vaduz – Basel 0:2 (0:0)

Rheinpark Stadion. – 50 Zuschauer. – SR Adrien Jaccottet. – Tore: 55. Pululu 0:1 (van Wolfswinkel). 62. Marchand 0:2 (Pululu).

FC Vaduz: Büchel; Schmid, Schmied (84. Gasser), Rahimi; Dorn, Prokopic, Wieder (77. Gajic), Obexer; Cicek (72. Lüchinger), Coulibaly (72. Sutter); Djokic.

FC Basel: Lindner; Widmer, Cömert, Klose, Petretta (67. Padula); Marchand (67. Zuffi), Frei (94. van der Werff); Zhegrova (67. von Moos), Kasami (94. Bunjaku), Pululu; van Wolfswinkel.

Bemerkungen: FCB ohne Stocker, Xhaka (beide verletzt) und Jorge (angeschlagen), Campo, Kalulu, Oberlin (alle ohne Aufgebot) – Verwarnungen: 21. Coulibaly (Foul). 32. Cicek (Foul). 46. (erste Halbzeit) Zhegrova (Foul). 48. Marchand (Foul). 60. Prokopic (Foul). 61. Petretta (Foul). 79. Lindner (Zeitspiel). – Gelb-Rot: 68. Prokopic (Foul).

Die Noten:

Heinz Lindner: Note 4,5 Bekommt erstmal den Vorzug vor Nikolic. Einen Ball muss er aber erst in der Nachspielzeit parieren. Sieht vorher Gelb wegen Zeitspiel.
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Silvan Widmer: Note 4,5 Ein wütender Widmer, ist ein guter Widmer. Hadert immer wieder mit Entscheidungen des Schiedsrichters und wandelt diese dann in Zweikampfstärke um.
Timm Klose: Note 4 Hat einen ruhigen Abend. Je länger das Spiel dauert, desto souveräner wirkt auch Klose, der zu Beginn nicht immer richtig steht.
Eray Cömert: Note 4,5 Unterbricht dank seiner guten Antizipation einige Vaduz-Angriffe. Auch in der Spieleröffnung leicht auffälliger als Kollege Klose.
Raoul Petretta: Note 4 In Halbzeit 1 entwischt ihm Coulibaly gelegentlich. Doch gefährlich wird es aus dem Spiel heraus nie.
Fabian Frei: Note 4,5 Spielt einen genialen Ball auf van Wolfswinkel. Defensiv macht er nur wenige Zweikämpfe, doch die wichtigen gewinnt er.
Yannick Marchand: Note 5 Freut sich riesig über sein erstes Profi-Tor, das eine konzentrierte Leistung des 20-jährigen Youngsters krönt.
Edon Zhegrova: Note 4,5 Zum Haareraufen sind seine Dribblings in die Gegenspieler, auch sein Gemecker wegen Schiedsrichterentscheidungen nervt. Er erarbeitet sich aber viele Abschlüsse und sorgt mit seinem Pressing zum Vaduzer Ballverlust vor dem 2:0.
Pajtim Kasami: Note 5 Seine Pass- (77%) und Zweikampfquoten (66%) lassen zu wünschen übrig. Doch weil er bei beiden Toren wieder seine Füsse im Spiel hat, ist er für den FCB in der Offensive ungemein wichtig.
Afimico Pululu: Note 5,5 Auch er wird immer wichtiger für den FCB. Schiesst sein erstes Tor im Jahr 2020 und legt dann zum siebten Mal in dieser Saison einen Treffer vor. So vermisst keiner den angeschlagenen Captain Stocker.
Ricky van Wolfswinkel: Note 4,5 Spielt für Arthur Cabral, der geschont wird. Vergibt die einzige FCB-Chance in Halbzeit 1, legt dann uneigennützig auf Pululu auf, der nur noch zum 1:0 einschieben muss.
Andrea Padula: Note 4 Kommt in der 67. Minute für Petretta. Er muss nicht mehr Vollgas geben und konzentriert sich auf seinen defensive Aufgabe. Die erledigt er problemlos.
Luca Zuffi: Note 4 Kommt ebenfalls in der 67. Minute. Für Torschütze Marchand. Hat zwei Ballkontakte weniger als Padula. Auch er ist bedacht, keine Fehlpässe zu produzieren, was in Überzahl auch kein Problem darstellt.
Julian von Moos: Noten 4 Kommt auch noch in der 67. Minute für Zhegrova. Er probiert nach einem Riesensprint auch noch ein Tor zu erzielen, doch sein Abschluss geht drüber.
Jasper van der Werff: keine Note Kommt in der 94. Minute für Kasami. Direkt danach wird abgepfiffen.
Orges Bunjaku: keine Note Kommt auch in der 94. Minute. Für Frei. Direkt danach wird abgepfiffen.

Heinz Lindner: Note 4,5 Bekommt erstmal den Vorzug vor Nikolic. Einen Ball muss er aber erst in der Nachspielzeit parieren. Sieht vorher Gelb wegen Zeitspiel.

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Das Video mit den Highlights: