Der Samstag, 8. Juni 2018, wird in die Geschichtsbücher des FC Black Stars Basel einge­hen. Der 1907 gegründete Fussballklub versteht sich als Quartierverein, der seit jeher vor­zügliche Basis- und Nachwuchsarbeit leistet, das Gesellige hegt und pflegt – und dennoch zu seinen sportlichen Ambitionen steht.

Hier muss man einen Mann namens Peter Faé nennen. Sicher, es gab «Blägg» schon vor ihn – und es wird die Schwarz-Sterne auch nach diesem Sportchef, der viel mehr ist, geben. Aber Faé schreibt eine goldene Ära, denn er versteht es, die nötige Energie (und Mittel) für gehobene Fussballkost aufzubringen – und gleichzeitig das familiäre, ja «intime» Ambi­ente auf der «Blägg-Matte» zu kultivieren.

Ein Trainer, eine Mannschaft

Zweiter Baumeister ist Samir Tabakovic. Auch er ein Passionierter des Fussballes. Kein Filigrantechniker, kein Goalgetter, kein Mann für die Galerie und Tribüne – aber ein «Büezer» der ehrlichen, integeren Art. Matches sind für ihn Spiegelbilder der Wochenarbeit, welche er und sein Trainerstab, mitsamt der Mannschaft, leisten.

Fernab der Media, ohne Brimbori­um und Schlagzeilen, aber effizient und zielgerichtet. Und natürlich stand eine Equipe zur Verfügung, in welcher es früher durchaus «Sternchen» hatte. Die sich aber als nicht «Blägg-würdig» erwiesen, weil diese «Star» das eigene Ego stärker gewichteten als das Kollektiv.

Der «Black-Stars-Bub» und die «Blackstarianer»

Diese Zeiten sind vorbei – Torhüter Steven Oberle, der seit sieben Jahren ein ganz starker Rückhalt ist, Zen­tralverteidiger Riccardo Farinha Silva (wir schreiben «Silva» und nennen ihn «Ricci»), Zuzug Simon Dünki, Youngster Mojo Uruejoma, der einst als «Black-Stars-Bub» zum FC Basel zog um zu sehen, dass das Glück nicht bei Rot-Blau, sondern beim Stamm­klub liegt und all die anderen «Blackstarianer» (Ermin Alic, das Herz der Mannschaft in Ba­den), die Trouvailles Donat Rrudhani, Artan Shillova, Dino Babovic oder Deny Gomes, der angeschlagen mehr bewirkte als manch Rivale in Vollbesitz seiner Kräfte, bilden zusam­men ein Puzzle, das am Samstagnachmittag um 17.54 Uhr vollendet war. Zur Enttäus­chund einer prächtigen, lautstarken Kulisse, zur Freude der über 100 Getreuen des FCBS.

Die Black Stars gelangen durch das grosse Portal in die Promotion League und sorgen dafür, dass der FC Baden in Baden «baden ging».

Die Black Stars gelangen durch das grosse Portal in die Promotion League und sorgen dafür, dass der FC Baden in Baden «baden ging».

Blitztor nach zwei Minuten

Mit dem 1:0 nach genau 113 Sekunden hatte der Gast aus Basel eine erste Duftmarke ge setzt. «Seht her, FC Baden. Ihr habt bei uns zwei Tore in den ersten sieben Minuten erzielt. Das können wir auch» - in etwa so konnte man den Auftakt empfinden. Gut, die Fortset­zung war weniger furios; bei Temperaturen auf dem Plastikrasen von über 30 Grad «muss­ten wir kühlen Kopf bewahren und die Kräfte dosieren. Wir hatten schnell vorgelegt, aber noch immer war Baden im Gesamtskore besser», so der Rheinfelder Dünki.

Dass man als verdienter, würdiger Aufsteiger trotz allem auch das „Glück des Tüchtigen“ benötigt, zeigte sich zwischen der 55. und 70. Minute. Wären es zwei Boxrunden gewe­sen, so wären diese punktemässig klar an die Aargauer gegangen.

Der Gastgeber drück­te, bestimmte das Geschehen, kam in die «Box» (Strafraum und Fünfer) und ein Schuss von Christopher Teichmann streifte den Aussenpfosten, doch die Tabakovic-Elf fiel nicht, sondern wankte nur. Und dann fiel, nahezu aus dem Nichts, das 0:2. Antonio Fischer zog ab – und der «Fa­den» fuhr quer durch den Strafraum ins obere linke Eck. Ein Traumtor.

Mit dem Mute der Verzweif­lung

Damit stand die Mannschaft von Heimtrainer Ranko Jakovljevic erstmals in dieser Ausmarchung mit dem Rücken zur Wand. Jetzt musste Baden agieren und ein Tor für die Verlän­gerung erzielen. Und was achtmal nicht geglückt war, wurde auch beim 9. Aufstiegsversuch zum Fluch.

Die Angriffe wurden immer wilder, waren wenig koordiniert und mit dem Mute der Verzweif­lung ausgetragen. Und als Dino Babovic, dieser so dankbare Edel-Jo­ker, das dritte Basler Tor erzielte, da verfiel der FC Baden in ein Jammer- und Tränental. Jetzt hätte der aargauische FCB bereits drei Tore schiessen müssen – das Einzige, was noch fiel, war das 4:0 für «Blägg».

Eigengewächs Uruejoma krönte die Saison 2018/19 und das finale Skore lässt keinen Interpretationsspielraum; kein Wenn und Aber, keinen Kon­junktiv – der FC Black Stars ist mit dem Gesamtskore von 5:2, nachdem man den USV Eschen/Mauren mit total 7:1 bezwun­gen hatte, triumphal in die dritthöchste Schweizer Spielklasse aufgestiegen.

Eine organische Entwicklung

Der Quartierverein von Basel West ist die unangefochtene Nummer 2 in Basel; Black Stars muss nicht bei allen be­liebt sein, denn Erfolg ruft schnell Neider und Missgunst auf den Plan. Aber wer das Fanionteam des FC Black Stars in den vier letzten Spielzeiten ge­nau verfolgt hat, erlebte eine stete Evoluti­on, die nun ihre Krönung fand.

«Ab Pfingstmon­tag wird wieder gearbeitet, es gilt die neue Spielzeit 2019/20 zu planen, mit den Akteuren zu sprechen und die Mannschaft punktuell zu ver­stärken», so Samir Tabakovic im Klub­haus des FC Baden (die sich als faire, grosse «Verlierer» erwiesen). Etwas anderes als «Weiterbüezen» wäre auch nicht Ta­bakovic-like gewesen! Auch im Erfolg sind Tugenden wie Bescheidenheit, Demut und erdiges Dasein gute Begleiter.