Fussball
Mit dem Neuanfang soll beim FC Basel wieder Ruhe einkehren

Obwohl die Frauen des FC Basel eine sportlich ansprechende Nationalliga-A-Saison gespielt haben, sah sich Trainer Beat Naldi zum Handeln gezwungen. Das Kader ist bewusst schmaler, die Aufbruchstimmung spürbar geworden.

Jonas Burch
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Die Baslerinnen mit Danique Stein (r.) wollen dem FC Zürich auch in der neuen Saison Paroli bieten. Key

Die Baslerinnen mit Danique Stein (r.) wollen dem FC Zürich auch in der neuen Saison Paroli bieten. Key

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Trainer Beat Naldi musste sich lange überwinden, noch eine weitere Saison in Basel zu bleiben. Erst nach intensiven Gesprächen mit der Vereinsführung entschied er sich, in seine zweite Spielzeit mit dem FCB zu gehen.

«Ich war überrascht, dass es innerhalb der Mannschaft ständig so viele Diskussionen gab», sagt Naldi. Selbst für einen ausgewiesenen Frauen-Fussball-Kenner wie ihn eine ungewohnte Situation. «Wenn ich mich im Team ständig für meine Aufstellung rechtfertigen muss, wird es schwer in Ruhe zu arbeiten.»

Entsprechend pochte der Wahl-Aargauer auf einen Neuanfang. Neun Abgängen stehen sechs Neuzugänge gegenüber, wovon drei aus der eigenen U18 geholt wurden. Mit neu 18 Spielerinnen ist das Kader bewusst schmaler geworden.

«Wir haben uns nicht nach Positionen verstärkt, sondern mit Spielerinnen, die den nötigen Teamgeist mitbringen», sagt Naldi. Auch bei ihm sei die Aufbruchstimmung nun endlich wieder spürbar, fügt er an.

Das Kader für die Saison 2013/14

Tor: Nadine Böni, Sina Autino. – Verteidigung: Mirjam Betschart, Stefanie De Além da Eira, Stefanie Liebhart, Chantal Sac, Danique Stein, Chloe Sylvestre (neu, U18), Valentina Mühlebach (neu, U18). – Mittelfeld: Kerstin Boschert, Samira Susuri, Nadine Rolser (neu, Bad Neuenahr), Selina Nowak (neu, SC Freiburg), Egzona Selimi (neu, Staad). – Angriff: Esoesa Aigbogun, Fabienne Bangerter, Chantal Fimian, Andrea Frei (neu, U18). – Abgänge: Céline Borer, Laura Di Bella, Sina Garcia, Ramona Heinis (alle Therwil), Konstantina Frangoulis (Kriens), Sophie Herzog (Zürich), Sabrina Ribeaud (YB), Jennifer Oehrli (Cloppenburg), Seraina Zwick (Allschwil), Maya Hügin (offen).

Als Ziel steht dick geschrieben: «Bestätigung der Resultate von der letzten Saison». Mit dem Erreichen des Cup-Finals und dem zweiten Schlussrang in der NLA-Meisterschaft konnte die Mannschaft sportlich über weite Strecken überzeugen.

«Wir sehen uns als ersten Verfolger des FC Zürich», gibt Naldi die Marschroute vor. Immerhin konnte man den Ligakrösus in der letzten Spielzeit einige Male ärgern, zu einem Vollerfolg reichte es aber (noch) nicht.

Der erste Prüfstein steht heute beim Saisonauftakt mit dem Heimspiel (16 Uhr, Sportanlagen St. Jakob) gegen St. Gallen an. Die Ostschweizerinnen beendeten die vergangene Spielzeit auf dem letzten Finalrunden-Platz.

Entsprechend klar ist die Favoritenrolle verteilt. Naldi schielt bereits auf den vierten Spieltag, wo die Zürcherinnen in Basel gastieren werden. «Wer weiss: wenn wir gut in die Saison starten, können wir den FCZ vielleicht vor Probleme stellen.»

In der Vorbereitung hat man bisher einzig gegen ein gemischtes Junioren-Team des SV Sissach gespielt – und knapp mit 2:3 verloren.

«Aber wir liegen voll im Soll», weiss Naldi. Ein Grundanliegen des 65-Jährigen ist es, dass die Spielerinnen die fussballerischen Stärken und Schwächen ihrer Kolleginnen einschätzen können und sich entsprechend darauf einstellen.

Angst vor neuerlichen Diskussionen hat Naldi keine. «Ich sage den Spielerinnen sowieso immer, dass nicht ich, sondern sie sich selber aufstellen.»