«Wir haben den Gegner unterschätzt, obwohl wir dem vorbeugen wollten», sagt Anitra Bibo, die Trainerin des WSV Basel nach dem 6:2-Sieg ihrer Truppe gegen Winterthur. Die Zürcherinnen vermochten einige Unkonzentriertheiten des Heimteams auszunutzen und erzielten noch vor der Pause den 5:8-Anschlusstreffer.

Doch der WSV fing sich und zog nach Spielhälfte unwiderstehlich davon. Trotz eine der schlechtesten Leistungen der Teams seit Jahren, gewannen die Baslerinnen verdient mit 13:8. «Schlechte Spiele liefern Ansätze für die Trainings – das gehört dazu. Gegen einen besseren Gegner hätten wir aber schlecht ausgesehen», ist Trainerin Bibo realistisch.

Debüt für Grosheny

Für eine Spielerin des WSV Basel war dieses Spiel aber etwas ganz Besonderes - Laura Grosheny. Die 14-Jährige gehört zu den jungen Talenten, die sukzessive ins Team integriert werden. «Die erfahrenen Spielerinnen helfen mir und ich mache das, was sie mir sagen», freut sich die in Blotzheim (Frankreich) wohnhafte Athletin. Die Woche hindurch trainiert die Gymnasiastin in Weil am Rhein, wo sie auch zur Schule geht.

Nach Basel kann sie mangels Zeit nur am Freitag und an den Wochenenden fahren. Zum Wasserball kam Grosheny über Umwege. «Das hat sich vom Schwimmen her so ergeben», erzählt die Schülerin, die ein Studium der Veterinärmedizin anstrebt.

Junge einbauen ist Philosophie

Ihre Mitspielerinnen Kim Jäger und Lisa Moser (beide 13 Jahre) durften ebenfalls in dieser Saison ihren NLA-Einstand feiern. «Das gehört zu unserer Philosophie. Junge Spielerinnen werden schrittweise integriert und können von der Erfahrung der anderen profitieren», sagt Bibo. Anitra Bibo, ihres Zeichens Weltmeisterin mit Holland und ehemalige Schweizer Nationaltrainerin, hat klare Vorstellungen: «Wir haben noch mehr Talente auf Lager. Einige sind noch beim städtischen Konkurrenten Beider Basel. Ich hoffe, dass sie zurückkehren.»

Die 53-Jährige betreut das Team erst seit Kurzem und bildet mit Michel Grasso ein erfahrenes Trainerduo. Grasso, der für die Abteilung Wasserball beim WSV verantwortlich ist, sieht in der Zusammenarbeit nur Vorteile: «Bei Spielen ergänzen wir uns – der eine gibt Tipps, der andere beobachtet. Dies kann der Schlüssel zur Meisterschaft werden.» Der Cup-Sieg und der Meistertitel sind nach den Erfolgen der letzten Jahre das klare Saisonziel. «Priorität hat nach wie vor die Integration der Jungen. Auf diese Weise sollen Spielerinnen für die nächste Saison aufgebaut werden», stellt Coach Bibo klar.