Europa League
Mit den Waffen des Gegners: Der FC Basel schlägt Getafe

Der FC Basel holt sich im Spitzenspiel bei Getafe einen 1:0-Sieg und übernimmt die Führung in der Gruppe C.

Céline Feller
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Der Torschütze zum so wichtigen 1:0-Siegtreffer des FC Basel bei Getafe: Fabian Frei.

Der Torschütze zum so wichtigen 1:0-Siegtreffer des FC Basel bei Getafe: Fabian Frei.

freshfocus.ch

Vielleicht, ja vielleicht, sagt Fabian Frei am Mittwochmorgen, müsse man versuchen, Getafe mit deren eigenen Waffen zu schlagen. Heisst: mit starker Physis. Denn wenn das Team aus dem Madrider Vorort schon nicht für wahnsinnig viel bekannt ist, dann immerhin dafür, eine gewisse Härte an den Tag zu legen.

Es braucht am gestrigen Abend nicht lange um zu merken, dass Fabian Frei dieses vielleicht in seinem Satz hätte weglassen können. Denn die Basler sind von der ersten Minute an bereit. Setzen Zeichen, teilen aus, gehen konsequent und mit einer selten gesehenen Aggressivität in jeden einzelnen Zweikampf in diesem Spiel gegen Getafe.
Kartenflut bei den Basler Spielern

Die Einstellung des FCB ist bemerkenswert. Er agiert zielstrebig, spielt sich mit Frei die erste Chance des Spiels heraus. Zwar kommt Getafe mit dem omipräsenten Ángel ebenfalls früh zu zwei Chancen, die Basler aber haben die besseren. Und vor allem: Die Basler nutzen eine davon. Frei ist es, der in der 18. Minute den Führungstreffer erzielt. Ausgangspunkt ist Taulant Xhaka, von wo aus der Ball via Valentin Stocker bei Raoul Petretta an der linken Seite landet. Der FCB-Verteidiger profitiert von einem Ausrutscher Dakonam Djenés, hat ungewöhnlich viel Platz, kann in den Rücken der Getafe-Abwehr zu Frei passen und der trifft sicher zum 1:0.

Der Sprung an die Tabellenspitze

Es ist ein immens wichtiger Auswärtstreffer für den FCB in diesem Spitzenspiel und Duell um die Tabellenführung der Gruppe C. Diese gehört nach diesem Ausrufezeichen und unerwarteten Sieg nun den Baslern. Ein Achtungserfolg, und ein grosser Schritt.

Dass dabei in der zweiten Halbzeit das Zepter ganz deutlich zu Getafe übergeht und Basel phasenweise in den eigenen Sechzehner gedrückt wird, kann Sorgen machen im Hinblick auf das Rückspiel, ist in der Endabrechnung dieses Abends aber egal. Denn die Basler können mit den Waffen Getafes dagegenhalten: mit Fouls. Viel mehr Mittel findet der FCB mit zunehmender Dauer der Partie nicht.

Die Folge: gleich acht (!) Basler werden verwarnt, bei Getafe nur einer. Ausgerechnet Getafe, das bis vor diesem Duell zu jenen Teams in der Europa League mit den meisten begannenen Fouls gehörte, derweil der FCB zu den am meisten gefoulten zählte. Kevin Bua fliegt in der 74. Minute nach der zweiten Gelben Karte gar vom Platz. Und: die Verwarnung Valentin Stockers wird der FCB teuer bezahlen müssen.

Omlin fehlt im Hin-, Stocker im Rückspiel

Der Captain fehlt im Rückspiel gesperrt. Einen FCB in dieser Form und mit dieser Sicherheit bringt aber nicht einmal das Fehlen eines Schlüsselspielers aus dem Konzept. Denn, nicht zu vergessen: Jonas Omlin war gestern auch nicht dabei. Gemerkt hat man davon nichts. Auch, weil Djordje Nikolic bärenstark spielte.

Der FCB geht mit einem immensen Selbstvertrauen in die Reprise dieses Spiels in zwei Wochen. Dann bietet sich die Möglichkeit, sich mit einem weiteren Vollerfolg noch weiter abzusetzen. Gelingt ein erneuter Sieg, hätten die Basler bereits zehn Punkte auf dem Konto, Getafe dahinter sechs. Rechnerisch wäre natürlich noch immer alles möglich. Aber man würde in Basel schon Gedanken ans Überwintern verlieren. Nicht nur vielleicht.