Landhockey
Mit dezimiertem Kader und starkem Gegenwind ohne Chance

Die Spielerinnen des Basler HC verloren zu Hause gegen den HC Olten mit 0:2. Nicht weniger als acht Spielerinnen standen Trainer Tobias Binz an diesem Tag nicht zur Verfügung. Doch nicht nur der HC Basel hat mit Personal-Engpässen zu kämpfen.

Georges Küng
Drucken
Teilen
Basels Nummer 10, Melina Antoniadis (r.), wird von drei Oltnerinnen verfolgt.

Basels Nummer 10, Melina Antoniadis (r.), wird von drei Oltnerinnen verfolgt.

Kenneth Nars

Im Kader der 1. Mannschaft figurieren aktuell 19 Spielerinnen. Das ist eine ansehnliche Anzahl, da Landhockey wird mit elf Spielern gespielt. So weit, so gut. Aber das Spiel mit Ball und den «krummen» Stöcken ist in der Schweiz noch immer eine Insidersportart. Landhockey bleibt Leidenschaft pur. Das heisst, dass Schule, Aus- und Weiterbildungen, Studium und berufliche Auslandsaufenthalte Priorität haben. Und davon sind auch die «Baslerdybli», wie die BHC-Frauen oft noch genannt werden, tangiert.

Der Kampf mit dem Wind

Gegen Olten, das man – halbwegs komplett – in der Vorbereitung noch besiegt hatte, fehlten gleich acht Spielerinnen. Darunter gewichtige Leistungsträgerinnen. Dazu kam, dass Olten in der ersten Halbzeit mit einem schon fast böenartigen Rückenwind spielen konnte – und die Solothurnerinnen nutzten diesen Vorteil zu zwei Toren aus.

Nach der Pause wurde es im Rankhof windstiller – die Bemühungen der Baslerinnen, ein Anschlusstor zu erzielen, scheiterten. Oder kurz zusammengefasst: Der Gegenwind hatte sich stärker als der Wille der «Dybli» erwiesen. Tobias Binz (39), Trainer der Baslerinnen , nahm die Niederlage gefasst. «Wir haben unser primäres Saisonziel bereits im Herbst erreicht. Mit Rang 3, unter sechs Teams, haben wir uns für die Finalrunde qualifiziert. Das war nicht selbstverständlich. Aber natürlich wollen wir auch gegen Wettingen, Luzern und Olten bestehen. Wenn wir komplett sind und unser Potenzial abrufen können, sind wir nicht inferior», so Binz.

Gute Nachwuchsförderung

Überhaupt Basler HC, dank seiner intensiven Nachwuchsförderung, «gut aufgestellt. Der Klub ist gesund, die Finanzen geordnet und es fand bei der Vereinsführung ein Generationenwechsel statt», ergänzt der Trainer. Auch Captain Clara Töngi (23), die seit 17 Jahren beim Basler HC spielt, machte im Fehlen von acht Spielerinnen den Grund für die Niederlage aus. «Aber wir beklagen uns nicht. Auch bei anderen Vereinen sieht es ähnlich aus – Landhockey wird nie absolute Priorität sein», so die Baslerin.

In den nächsten zwei Wochen gastieren mit Luzern und Wettingen die beiden stärksten Schweizer Teams auf dem Rankhof. Der Basler HC hofft nicht nur, komplett gegen die beiden führenden Teams antreten zu können, sondern als 12. Mann nicht Sturmwinde gegen sich zu haben...

Aktuelle Nachrichten