Lupsinger Lauf
Mit «Drum ’n’ Bass» im Ohr zum Hattrick

Nicolas Collas aus Aesch hat den 12,3 Kilometer langen 22. Lupsinger Lauf zum dritten Mal überlegen gewonnen und den Streckenrekord von Anders Holmberg nur um fünf Sekunden verfehlt.

Ulrich Fluri
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Souveräner Sieg mit dem Knopf im Ohr: Nicolas Collas. (Ulrich Fluri)

Souveräner Sieg mit dem Knopf im Ohr: Nicolas Collas. (Ulrich Fluri)

bz Basellandschaftliche Zeitung

Ihn interessierten weder die Durchsagen des Speakers noch die Anfeuerungsrufe der vielen Zuschauer. Der Tagessieger hatte auf der mit 320 Metern Höhendifferenz stark kupierten Strecke rund um den Lupsinger Holzenberg nämlich nur Gehör für «Drum ’n’ Bass», den Hardcore-Sound, der «in hohem Dezibel-Pegel total elektrisiert». Und der 31-jährige Nicolas Collas vom Team Sportklinik Basel war mit den Stöpseln seines MP3-Players im Ohr nicht nur elektrisiert, er war an diesem prächtigen Samstagnachmittag zugleich der Schnellste unter den rund 380 Startern.

Hobbyjogger mit «Knopf im Ohr» gibts zwar viele, bei Spitzenläufern auf diesem Niveau sind solche «Accessoires» doch eher selten, für Collas aber ein wesentlicher Antreiber im Kampf gegen sich selbst. «Im Training laufe ich oft mit Musik im Ohr. Jetzt wollte ich es mal im Wettkampf probieren, und es hat mich richtiggehend aufgepeitscht», analysierte der Sieger seinen Effort.

Dem konnte der zweitplatzierte Liestaler Andi Herzig im ersten Renndrittel zwar noch Paroli bieten, musste dann aber ab dem Aufstieg zum Bergpreis Schneematt bis ins Ziel dem leichtfüssigen «Musikfan» Collas noch einen Vorsprung von 1:28 zugestehen. Sein Sieg in der Kategorie M20 war aber unbestritten.

Starkes Mittelfeld

Wer den sehr anspruchsvollen «Lupsinger» unter einer Stunde läuft, kann in Relation zu der Siegerzeit von 43:31 leistungsmässig noch der gehobenen Mittelklasse zugeordnet werden. Die 63 Läuferinnen und Läufer, denen das Durchbrechen dieser «Schallmauer» gelang, sind denn auch ein klares Indiz dafür, dass die regionale Joggingszene von einer starken Mittelschicht getragen wird. Weit über dem Mittelmass waren indes die schnellsten Frauen im Feld. Da heissen die Kategoriensiegerinnen Jana Kipfer, Büren (F20), Simone Hertenstein, Liestal (F30), Anita Meyer-Wenger, Lausen (F40), Therese Schreiber, Uster (F50), und Elfie Mayer-Fulde, Rheinfelden (F60).