Fussball
Mit einem neuen Trainer den Serienmeister ärgern

Die FCB-Frauen wollen mit Kaan Kahraman den FC Zürich entthronen. Mit dem neuen Übungsleiter unterstreichen die Basler ihren Fokus auf eine seriöse Nachwuchsförderung.

Jeremy Weill
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Der Cupsieg vergangene Saison soll für die Frauen des FC Basel nicht der letzte Titel bleiben.

Der Cupsieg vergangene Saison soll für die Frauen des FC Basel nicht der letzte Titel bleiben.

foto-net / Alexander Wagner

Die Bilder erreichten auch die Zuschauer abseits der Frauenfussballgemeinde: Erstmals konnte die Frauenmannschaft des FC Basels den Schweizer Cup gewinnen. Dies war Anfang Juni. Bereits vier Monate zuvor beschloss der FCB den Trainer auf diese Saison hin auszutauschen und somit wurde nun im Sommer Beat Naldi durch Kaan Kahraman ersetzt. Ganz nachvollziehbar war dieser Entscheid dazumal nicht.

Ein Mann mit Ausbildungserfahrung

Doch wenn man dem Ziel «Förderung des Nachwuchs’» weitergeht, ist Kahraman sicherlich eine gute Besetzung. Der 33-Jährige arbeitete zuvor in Solothurn beim Nachwuchs, zuletzt bei den U18-Juniorinnen. «Der Nachwuchs ist das Wichtigste im Frauenfussball, einen reinen Profifussball wird es in der Schweiz in absehbarer Zeit nicht geben», erklärt Kahraman, der das Amt in einem 50%-Pensum ausübt. Somit kann die eigene Jugend des FCB die Zukunft prägen. «Wenn man bedenkt, dass aus unserer U18-Mannschaft gleich mehrere Spielerinnen in der U17- und U19-Nationalmannschaft sind, stehen uns gute Zeiten bevor.» Doch allzu weit will Kahraman nicht vorausschauen, denn zuerst gilt es diese Saison zu meistern. Das Ziel ist klar: «Wir wollen den FCZ so lange wie möglich zu ärgern.»

Familiäres Umfeld

Die Zürcherinnen gelten im Schweizer Frauenfussball seit mehreren Jahren als das Non plus ultra. Fünf Titel in den letzten sechs Jahren sprechen für sich, zuletzt feierte der FCZ deren drei in Folge. Druck verspürt Kahraman jedoch nicht gross: «Das Umfeld ist sehr familiär und man lässt mich arbeiten. Ich bin begeistert von der Arbeit.» Man müsse auch die Spielerinnen loben, denn sie würden viel Zeit opfern, ohne dafür viel Geld zu bekommen. Ebenfalls neu beim FCB ist Stefano Ceccaroni, der in einem 30%-Pensum die technische Leitung übernimmt. Ansonsten bleibt die Mannschaft ähnlich wie im letzten Jahr.

Kontinuität im Kader

Auf drei Abgänge stehen vier Neuverpflichtungen gegenüber, unter anderem kehrt Sophie Herzog nach einem Jahr beim FC Zürich nach Basel zurück. Das Amt der Kapitänin übernimmt auf diese Saison hin Nadine Rolser. Die Sportstudentin gibt zu, dass der Mitte Februar beschlossene Trainerwechsel zuerst ein Schock war. Aber dies sei bereits wieder vergessen: «Die Vorbereitung war super, man spürte den neuen Schwung, welcher sich vor allem in der enorm positiven Stimmung innerhalb des Teams widerspiegelt», erklärt die 24-Jährige «die Vereinsführung hat gute Arbeit geleistet.» Auf die Ziele und die vergangene Saison angesprochen, gibt es trotz des Cupsieges einen kleinen Wermutstropfen: «Wir waren in der Meisterschaft viel zu früh aus dem Rennen. Dieses Jahr wäre ich mit dem dritten Rang unzufrieden.»