FC Black Stars

Mit einer Hypothek ins Tessin: Der Favorit wankte, fiel aber nicht…

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Der FC Black Stars verliert das Barrage-Hinspiel gegen die AC Bellinzona mit 1:2. Vor einer imposanten Zuschauerkulisse, und im Beisein von Regierungsrat Christoph Brutschin, forderte der Basler Erstligist dem früheren A-Ligisten alles ab. Am Samstagabend (17.30 Uhr) folgt das Rückspiel im Stadio Comunale.

Feststimmung auf dem Buschweilerhof. Während bei den Heimspielen der Qualifikations­runde die Matchbesucher vereinzelt auf die «Blägg-Matte» erscheinen, hatte sich für den Vergleich mit Bellinzona zehn Minuten vor Anpfiff eine Menschenschlange gebildet, die fast bis zum 200 Meter entfernten Lindenplatz (auf Allschwiler Boden) reichte.

Achtung – fertig – und 1:0

Und der Auftakt glückte den Platzherren nach Mass. Mit dem ersten Angriff, und superben Kombinationsspiel (zeitweise nach «one-touch»-Pässen), brachte Oumar Gaye die «Schwarz-Sterne» mit einem feinen Schlenzer nach genau 102 Sekunden in Führung. Ge­gen eine Mannschaft, von der man sich «Wunderdinge» erzählt.

Und die heuer in der 1. Liga (Gruppe 3) einen Zuschauerdurchschnitt von 1600 Anhängern aufweist (Chiasso kommt in der Challenge League auf knapp 650…). Gegen eine «Squadra», die in ihren Rei­hen Fussballer hat, welche in höheren Ligen gespielt haben.

Darunter Gaston Magnetti (32), ein Argentinier mit spanischer Nationalität, der einst mit einem gewissen Hakan Yakin zusammen in der Super League gespielt und für Bellinzona in 37 Matches doch sieben Treffer erzielt hatte.

Tessiner Reaktion

Nach dem Rückstand bewiesen die Tessiner, warum sie als DER Aufstiegsfavorit gelten. Unaufgeregt, meist mit einer beeindruckenden stoischen Ruhe, jedoch mit Reife und sicherem Kombinationsspiel, suchten sie den Ausgleich. Und fanden ihn, als Magnetti nach dem zweiten Eckball den Ball beim hinteren Pfosten über die Linie drückte.

Und als kurz nach der Pause dem Gast, nach fehlender Abstimmung in der Black-Abwehr, das Führungstor gelang (der Verband und die Tessiner Media geben David Stojanov als Tor­schützen an; viele Matchbesucher hatten aber erneut Magneti als Realisator gesehen), hatten die Tessiner ihr primäres Ziel erreicht.

Denn ab der 60. Minute war der FCBS mehr­heitlich in Ballbesitz und Vorwärtsbewegung, während die Südschweizer darauf bedacht waren, keinen Gegentreffer zu erhalten. Dies gelang, weil im Gehäuse mit Ulisse Pelloni ein sicherer Rückhalt stand (Pelloni war einst Ersatzhüter im FC Aarau, zu dessen Super-League-Zeiten, gewesen), während sich der athletische, grossgewachsene Abwehrver­bund als unüberwindbares Bollwerk erwies.

Und hätte Einwechselspieler Renato Sergi beim einzigen, nennenswerten Konter der Gäste nicht aus 20 Metern den Ball an die Latte gehämmert – die Hypothek der Basler für das Rückspiel wäre wohl aussichtslos gewor­den.

Rückstand ist aufholbar

«Gegessen ist trotz des Rückstandes noch gar nichts». Der dies sagt, heisst Bledar Binaku (31) und war der auffälligste Akteur in Basler Reihen. Black-Trainer Samir Tabako­vic hatte das gewohnte 4-4-1-1-System geändert und mit einem Doppel-Pivot die Defensi­ve stabilisiert.

Und auf dem Sechser war Binaku jener Mann, der Angriffe lancierte, Bälle ver­teilte und auch in der Ball-Rückeroberung überragend war. Dass das Corner-Verhältnis zwischen der 60. Minute und dem Abpfiff 6:0 für die Platzherren lautete, beweist, dass der FCBS in dieser Periode spielbestimmend war, auch wenn klare Torchancen ausblieben.

Negativnote war der (letzte) Auftritt von Sidy Dieng. Hatte der Senegalese aus St. Louis noch beim samstäglichen 8:1-Triumph über die SR Delémont mit einem Hattrick innert elf Minuten (als Einwechselspieler) brilliert, so dauerte diesmal sein Arbeitspensum nur sie­ben Minute.

Dann durfte er nach einer unverständlichen Tätlichkeit duschen gehen – und wird das schwarz-weisse Trikot in der neuen Saison 2018/19 nicht mehr tragen. Black-Sportchef Peter Faé wird in den nächsten Tagen fünf hochkarätige Zuzüge vermelden. Ein Schelm, wer da an Akteure vom Stadtrivalen von der Schützenmatte denkt…

Comunale wird zum Hexenkessel

«Das 8:1 gegen Delémont war kontraproduktiv. Einige dachten wohl, dass es im glei­chen Stile weitergehen würde. Aber Bellinzona ist ein ganz anderes Kaliber; sie haben viel Rou­tine in ihren Reihen. Und aus drei Chancen zwei Tore gemacht – das ist Effizienz und Kalt­blütigkeit», so Tabakovic.

Aber auch er, wie Torhüter Steven Oberle, sind überzeugt, dass «wir im Tessin unsere Chancen haben werden». Für das Rückspiel werden über 2000 Tifosi erwartet – und die ACB soll auf Naturrasen nochmals eine Klasse stärker sein.

Anderer­seits hat der FC Black Stars heuer mehr Zähler in der Fremde als zuhause geholt. Auch wenn die ACB bewiesen hat, dass der Klub «step by step» sich wieder in höhere Ligen her­antastet, was nicht nur dem Tessiner Fussball gut tun würde.

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