Ronja Zimmermann, Pascale Stöcklin und Moana Kleiner sind völlig entspannt. Vor dem Mittwochtraining mit der Presse zu sprechen, scheint für die Teenager kein Problem zu sein. Zeitdruck kennt das Trio offenbar nicht. «Wenn die Trainer uns brauchen, werden sie uns schon rufen», beruhigt Stöcklin.

Die Gelassenheit der drei Leichtathletinnen erstaunt, schliesslich stehen an diesem Wochenende die Schweizer Meisterschaften (SM) der Aktiven in der Halle in St. Gallen an. Die jungen Stabhochspringerinnen sollen in ihrer Disziplin die Fahne des Leichtathletikverbands beider Basel (LABB) hochhalten. Für Stöcklin, die erst gerade letzte Woche 18 Jahre alt geworden ist, ist es bereits die zweite Teilnahme.

Erfahrung sammeln

Für die beiden 15-jährigen Zimmermann und Kleiner ist es nicht nur eine Premiere, die zwei Nachwuchstalente sind gleichzeitig auch die Jüngsten der insgesamt 23 Sportler des LABB, die sich in der Ostschweiz mit der nationalen Konkurrenz messen dürfen. Als Einzige der drei von der LAS Old Boys Basel darf sich Pascale Stöcklin realistische Medaillenhoffnungen machen.

Die ersten beiden Plätze scheinen für Nicole Büchler und Angelica Moser (beide LC Zürich) «reserviert» zu sein. «Pasci ist eine von vier Athletinnen, die um Platz 3 kämpfen», weiss Beat Ankli. Der LABB-Co-Präsident hat die junge Baslerin insgesamt sechs Jahre lang trainiert und kennt ihre Stärken.

Neben der Willensstärke und der Sprungkraft streicht er ihre Liebe zur Sportart heraus. «Ich fand Stabhochsprung schon immer megacool», bestätigt die Gymnasiastin und erinnert sich: «Als Zehnjährige habe ich meine damalige Trainerin so lange genervt, bis sie es mich machen liess. Seither ist es meine Disziplin.»

Vom Sofa zum Stabhochsprung

Einen ähnlichen Werdegang haben auch Stöcklins jüngere Klubkolleginnen. Ronja Zimmermann fand durch das Nachwuchsförderungsprogramm «Talent Eye» zur Leichtathletik und war schnell vom Stabhochsprung fasziniert. «Es ist etwas Spezielles, das macht nicht jeder», sagt die Baslerin.

Nebenbei ist sie auch noch im Zirkus aktiv, was auch ihre Affinität zum akrobatischen Aspekt der Disziplin erklärt. Moana Kleiner fand derweil vor der Flimmerkiste gefallen am Stabhochsprung. «Als ich es selbst ausprobiert habe, hat es mir so gut gefallen, wie ich es mir erhofft habe. Also bin ich dabei geblieben», erzählt die Binningerin.

Für die beiden 15-Jährigen geht es in St. Gallen in erster Linie darum, Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln. «Wir sind nicht nervös und wollen gute Resultate erreichen», sagen beide unisono. Beat Ankli erzählt: «Die beiden sind ungefähr auf einem gleichen Niveau und pushen sich gegenseitig zu Höchstleistungen.» Zuletzt hatte Kleiner die Nase vorn, als sie die Freiluft-SM in der Kategorie U16 gewann.

Zufrieden bei den Old Boys

Auch Pascale Stöcklin ist hervorragend darin, an Wettkämpfen Bestleistungen abzurufen. Ex-Trainer Ankli spricht von «leistungsfördernder Nervosität» und erwähnt, dass ihre dritten Sprünge in der Regel die besten sind, was als weiteres Indiz für die mentale Stärke der 18-Jährigen gewertet werden kann.

Der sportliche Ehrgeiz zeigt sich bei allen drei Athletinnen also vor allem dann, wenn es um etwas geht. Ihr Wechsel vom LC Basel respektive LC Binningen zu den Old Boys war die Voraussetzung dafür. «Hier sind die besten Trainingsmöglichkeiten und die besten Trainer, hier machen wir die grössten Fortschritte», sagt Pascale Stöcklin. Ronja Zimmermann und Moana Kleiner nicken.