Dass der Gehörlosen Sportverein beider Basel (GSVbB) Fussball- respektive Futsalturniere austrägt, hat bereits Tradition. Zum 25. Mal schon trafen sich am Samstag Gehörlosen-Sportvereine aus der ganzen Schweiz, dem grenznahen Ausland und sogar Montenegro und Rumänien, um miteinander einem runden Ball nachzujagen. Seit rund zehn Jahren geschieht dies vornehmlich in der Halle, Futsal hat den Fussball unter den Gehörlosen als Sportart Nummer eins abgelöst.

Die Gründe hierfür liegen vor allem im körperlichen Bereich, wie Hans-Rudolf Schumacher, Präsident des GSVbB, erläutert: «Fussball ist gefährlicher als Futsal. Beim Futsal gibt es viel weniger Verletzte, ausserdem wird die Technik im Vergleich zum Körpereinsatz höher gewichtet».

Grosse Ambitionen

In der Tat ist es erstaunlich, wie sich die Gehörlosen in der Schweiz in den letzten Jahren in der Randsportart Futsal eingefunden haben und dort auch vollauf akzeptiert scheinen. Der GSV Zürich, der ebenfalls in Arlesheim anwesend war, spielt bereits seit einigen Jahren in der Nationalliga B-Meisterschaft der Hörenden mit und macht dort überhaupt keine schlechte Figur. Schumacher verrät denn auch ähnliche Ambitionen für den GSV beider Basel: «Wir haben uns bereits angemeldet und hoffen auf einen positiven Bescheid für die Saison 2014/15, damit auch die Region Basel diese Chance erhält.»

Die eine oder andere rote Karte

Umkämpft, aber fair. Tatsächlich bewegen sich die Teams in Arlesheim auf beachtlichem Niveau. Oder wie es Daniel Lopez, profilierter Schiedsrichter der Futsal Nationalliga A, ausdrückt: «Ich sehe einige Teams auf gutem Nati-B-Niveau. Die könnte man bedenkenlos da mitspielen lassen». Entsprechend umkämpft verläuft denn auch das samstägliche Turnier. In der Halle wird kaum gesprochen, dafür umso mehr geschrien, gestikuliert und gerne auch der Körperkontakt gesucht. Die Umarmungen vor und nach dem Spiel gehören dabei ebenso dazu wie die teilweise ruppigen Handgemenge während der Partien.

Lopez spricht trotzdem von einer sehr fairen Atmosphäre: «Natürlich wollen diese Teams gewinnen. Man darf es aber nicht gleich falsch verstehen, wenn man angeschrien wird». Da die Spieler mehrheitlich nicht sprechen könnten, hätten sie fast keine andere Ausdrucksmöglichkeit, als zu schreien. Und somit wird es halt sehr schnell körperlich. Lopez und seine Kollegen kamen jedenfalls nicht darum herum, die eine oder andere rote Karte zu zeigen.

Harmonischer Abschluss

Am Ende des Tages fällt die Bilanz von Schumacher trotzdem gut aus. Dass es für den GSV beider Basel dabei nur zu den Rängen zwei und drei hinter den überlegenen Zürchern reicht, ist dabei nur im Moment ein Ärgernis. Spätestens beim gemeinsamen Abendessen der Teams dürften sich die Gemüter über allfällige Fehlentscheide der Schiedsrichter wieder beruhigt und ein gelungener Nachmittag unter Freunden sein schönes Ende gefunden haben.