Skeleton
Mit gutem Flow nach Sotschi

Logisch hatte er sich vorgenommen, noch etwas gutzumachen, noch einige Ränge nach vorne zu preschen. 16. war Lukas Kummer nach dem ersten Tag der Skeleton-WM gewesen, am Ende reichte es ihm zu Platz 17.

Patrik Schneider
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«Ich war in dieser Saison genau einmal besser. Der Formaufbau auf die Heim-WM hin hat gestimmt. Ich kann also zufrieden sein», konstatiert der 27-jährige Lukas Kummer nach seinem 17. Rang an der Skelethon-WM. Zudem sind die Zeitabstände nicht mehr so gross wie noch Anfang Winter. Und Kummer ist es gelungen, vier solide Läufe in die Bahn zu legen. «Das», sagt er, «war in dieser Saison beileibe nicht immer der Fall.»

Unter dem Strich heisst das: Ziel erreicht. Der Laufner, der im ersten Lauf noch mit der Nervosität zu kämpfen hatte, liess sich auch gestern vom Schneegestöber nicht gross aus der Ruhe bringen. «Schnee mag ich eigentlich gar nicht. Aber die Bahnarbeiter haben einen Super-Job gemacht.» Mit seinen 103 Kilogramm (Schlitten inklusive) hat er bei solchen Bedingungen ein gewisses Handicap gegenüber den schwereren Athleten. «Zum Teil habe ich das aber am Start wettmachen können.» Mit der achtschnellsten Zeit im dritten und der siebtschnellsten im vierten Lauf.

Genau dort aber sieht Gregor Stähli (44) noch Potenzial. «Dort können wir noch mehr rausholen», meint der dreifache Weltmeister, zweifache Olympiamedaillengewinner und Manager des Sika-Race-Teams, dem auch Kummer angehört. Fahrerisch könne man bei Kummer an dieser WM überhaupt nichts kritisieren. «Wie er auf dem Schlitten lag, hat mir seit langem wieder einmal sehr gut gefallen.» Der Laufner habe sowieso eine gute Entwicklung hinter sich. «Es war wichtig, dass er sich mit dem Materialwechsel, mit der Rückkehr zu einem sicheren Setup, wieder fangen konnte», sagt Stähli. Bei weiterhin konstanten Leistungen sieht einer der nächsten Schritte vor, auf aggressiveres Material umzustellen. «Der Schlitten wird dadurch zwar nervöser und schwieriger zu beherrschen, aber er wird natürlich auch schneller.» Und wenn Kummer damit klarkomme und in der nächsten Saison in guter Verfassung sei, «dann kann er langsam Richtung Olympische Spiele blicken. Das wäre unser Ziel.»

In wenigen Tagen schnuppert Kummer bereits ein erstes Mal jene Luft, die er auch ein Jahr später in sich aufsaugen würde. In Sotschi, dem Austragungsort der Winterspiele 2014, stehen eine Trainingswoche und der Weltcup-Final auf dem Programm. «Bis auf die Russen ist diese Bahn für alle Athleten Neuland», sagt Kummer. «Ich werde versuchen, sie mir möglichst schnell einzuprägen, qualitativ gute Läufe zu absolvieren und den guten Flow, den ich im Moment habe, mitzunehmen.» Damit er sich voll auf die Olympia-Saison konzentrieren kann, will er im nächsten Sommer auch nicht mehr fix einer Arbeit nachgehen, wie er das zuletzt mit einem 80-Prozent-Praktikum am Kantonsgericht in Liestal getan hatte. Dann zählt nur noch eines: trainieren, trainieren und nochmals trainieren.