Wunder wiederholen sich selten. War der Sieg am letzten Samstag seitens der Baselbieter ein Exploit gewesen, so ist der gestrige Erfolg der Genfer nichts als logisch. Die Romands waren diesmal über die gesamte Spielzeit konzentriert und beeindruckten mit einer Athletik und Physis, welche nur noch vom Titelhalter und Meisterschaftsfavoriten Lugano übertroffen wird.

Der Wille war beim Arlesheimer-Birsfelder Kombinat immer da. Schon in der Pause spürte man aber, dass die kämpferisch überzeugenden Unterbaselbieter nicht mehr ins Spiel zurückfinden würden. Dafür verfügt die neu formierte Genfer Equipe über zu viel Potenzial, Substanz und Breite. Und eine Bank, in welcher auch der zehnte Mann die elementarsten Basketball-Bewegungen kann. Bei den Starwings stand nie eine Stammfünf auf dem Feld, welche als Kollektiv Nationalliga-A-Format hatte. Das ist aber kein Vorwurf, sondern die Quintessenz fehlender Mittel. Und einer nicht optimalen Auswahl der Profispieler.

Baisse im letzten Viertel

Entschieden wurde die Partie aber dennoch erst zu Beginn des letzten Viertels. Die Starwings hatten sich in den dritten zehn Minuten wieder an die Genfer Löwen herangekämpft und damit neue Hoffnung geschöpft. Doch innert 90 Sekunden wurde aus dem 33:36 ein 33:45 – und damit waren der Match und die Playoff-Serie endgültig verloren. Das grosse Kämpferherz der Starwings und der unbändige Siegeswillen – trotz müder Beine, da die Birstaler nie annähernd so rotieren konnten, wie die Genfer – führten dazu, dass die Deutschschweizer zwar in Sichtweite mit dem Gegner blieben, jedoch keine Option mehr auf einen Sieg hatten. Auch wenn es 90 Sekunden vor Matchende 51:56 stand – zuletzt war der dritte Genfer Triumph in dieser Serie nie mehr in Gefahr.

Auf ihren Halbfinal-Einzug dürfen sich die Genfer nicht viel einbilden. Die Starwings dürfen auf ihre durchzogene Saison 2010/11 dennoch stolz sein. Sie haben sich als bester Viertelfinalist herausgestellt, obwohl der Cupsieger 2010 heuer ohne einen valablen (Profi-)Center spielen musste. Denn eines haben die vier Duelle zwischen den Starwings und Genfern gezeigt: Schweizer Spieler sind in der Nationalliga A mit ganz wenigen Ausnahmen, maximal «Beigemüse». Die Musik und Punkte machen Akteure wie der Franzose Max Kouguère (24, 198cm). In Frankreich für die zweite oder gar dritte Division als untauglich befunden und somit arbeitslos, ist er in der Schweiz eine Grösse. Auch das ist «Basket made in Switzerland».