Karate
Mit mentaler Stärke zum Saisonhöhepunkt an der EM in Konya

Der 20-jährige Fabrice Stutz des Vereins Karate Do Brugg vertritt die Schweiz an der Junioren-Europameisterschaft in der Türkei. «Ich will gewinnen, sonst müsste ich ja gar nicht erst antreten», gibt er sich optimistisch.

Annemarie Keusch
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Fabrice Stutz

Fabrice Stutz

bz

Dass Elena Quirici, die an der Elite-WM vom letzten Jahr die Bronzemedaille gewann, an die Nachwuchs-EM reisen wird, dürfte keine Überraschung sein. Doch sie ist nicht die einzige Vertreterin ihres Vereins, des Karate Do Brugg. Auch die Mörikerin Maya Schärer kann die Reise in die Türkei antreten. Als einziger Brugger wird Fabrice Stutz am Sonntag im Feld der unter 21-Jährigen in der Kategorie Kumite bis 78 Kilogramm antreten und hat dabei grosse Ziele. «Ich will gewinnen, sonst müsste ich ja gar nicht erst antreten», gibt er sich optimistisch. Dass für diesen Erfolg jedoch alles stimmen muss, von der Tagesform, bis zum Glück bei der Zulosung der Gegner, ist für den 20-jährigen Baselbieter klar.

Stutz stammt aus einer veritablen Karate-Familie. Bereits seine Eltern übten diese Sportart aus. Seit seinem sechsten Lebensjahr ist Karate seine grösste Leidenschaft. Jahrelang trainierte Stutz, der immer noch bei seinen Eltern in Hersberg wohnt, im Budo Sport Center in Liestal. Seit einem Jahr nun ist Stutz Mitglied des Karate Do Brugg und trainiert wöchentlich viermal im Aargau. «In Liestal war ich mit Abstand der Älteste. So konnte ich mein Niveau nicht mehr steigern und suchte nach einer Alternative», erklärt Stutz seinen Wechsel. Fündig wurde er in Brugg. «Die Trainer hier kannte ich bereits vorher, so war es die logische Konsequenz, dass ich hierhin wechseln würde», berichtet er. Mittlerweile hat sich der Baselbieter im Brugger Team perfekt eingelebt und der Vereinswechsel hat ihn wie erhofft sportlich weitergebracht.

Doch auch wenn Stutz im erweiterten Top-Team, dem Schweizer Nationalkader, fungiert, bleibt er realistisch und weiss, dass es in unserem Land wohl kaum möglich ist, vom Karatesport zu leben. «Auf lange Sicht wäre es mein Traum einen 50-Prozent Job anzunehmen und nebenbei möglichst viel trainieren zu können», erläutert Stutz. Im Sommer absolviert er die Abschlussprüfung des Sport-KVs. «Nachher muss ich noch ein Jahr eine praktische Ausbildung machen», weiss Stutz.

Neben der Arbeit in Liestal, dem Training in Brugg und dem Physistraining in Bern bleibt Stutz nicht mehr viel Freizeit. Aber er ist bereit, alles zu geben für seine Ziele. «Ich will mich im Feld der Elite etablieren und der beste Karateka der Schweiz werden. Natürlich träume auch ich von einer EM- oder WM-Medaille», ergänzt Stutz.

Ein wichtiger Schritt in Stutz’ Karriere ist die Nachwuchs-EM im türkischen Konya. Er kann zuversichtlich in diesen Wettkampf steigen, denn «den Fokus auf einen Grossanlass zu setzten und unnötige Einflüsse auszuschalten sind zwei meiner grössten Stärken.» Überhaupt hat sich der 20-Jährige vor allem mental stark verbessert. «In der Nationalmannschaft haben wir einen sehr guten Mentaltrainer zur Verfügung. Er hilft mir enorm», ist sich Stutz bewusst. Beim Nachwuchs hat er damit gegenüber seinen Konkurrenten einen grossen Vorteil. Ob ihm dieser an der EM zu einer Medaille oder gar zum Titel verhilft wird sich zeigen.